Scoopy on Tour

Adria-Tour – Ein Traum geht in Erfüllung

01.08. – 05.08.2013: 1350 km in 5 Tagen.

Scoopy und Sepp am Meer

Mit dieser Tour habe ich mir einen großen Traum erfüllt. Mit meinem Scoopy ans Meer. Im Nachhinein hab ich immer noch Gänsehaut 😉

Die Idee zu dieser Reise hatte ich zum ersten Mal vor 5 Jahren. Meine Frau ist gebürtige Slowenin und ich hatte mich über die Jahre in die slowenische Adriaküste verliebt. Da ich mit meinem Scoopy gerne durch die Gegend brause und ich einmal etwas Verrücktes machen wollte, hab ich mich immer mehr mit diesem Thema beschäftigt. Inspiriert durch die Jungs von www.slooowriders.de, die mir gezeigt haben, dass man sich nicht soviel Gedanken machen sollte, wurde die Idee immer konkreter. Ganz wichtig für mich war auch, dass mir ein Freund versprochen hat, mich mit dem Hänger abzuholen, falls der Scoopy auf der Tour den Geist aufgeben sollte. Zum Glück hab ich ihn nicht gebraucht. DANKE MARCUS, ich werd mich noch mit einer Hopfenkaltschale für deinen “Bereitschaftsdienst” revanchieren ! Es stand für mich auch immer fest, dass ich diese Tour alleine machen will. Einfach mal abschalten. Und es hat sich gelohnt.

Da soll´s hingehen – Slowenien

Nachdem feststand, dass ich die Tour mache, ging´s an die Vorbereitung. Die Route stand relativ schnell. Da ich ein gps-fähiges Handy mit Navi-Software besitze, hab ich mir (leider) keine Karten eingepackt, und dass, obwohl ich mir welche gekauft habe. Meine eigentliche Reisekasse bestand aus 600 Euro. Aber 4 Wochen vor Tourbeginn ging mein Scoopy kaputt, und im Nachhinein muss ich sagen: Gott sei Dank. Bei der Reparatur hat sich herrausgestellt, dass die 30 Jahre nicht spurlos am Scoopy vorbeigegangen sind. Markus, der Chef vom Motorradteam Sedlmair in Manching hat ihn aber wieder aufgepäppelt. Neuer Antriebsriemen, sämtliche Dichtungen gewechselt, Variogewichte neu usw…Und so schmolz mein Etat auf 400 Euro. Ich habe in der Vorbereitung viel auf der Seite www.slooowriders.de gelesen – die Seite ist unbezahlbar in Bezug auf 50ccm im Ausland.

Von meinen Mädels – *Schön*

Da ich nächstes Jahr 40 werde, war mir schnell klar, dass wild Campen für mich nicht in Frage kommt. Bedeutet a)weniger Gepäck und b)mehr Schlafkomfort. Und so hab ich mir über www.booking.com eine Unterkunft vor Ort gesucht. Ist für so eine Geschichte die beste Seite, da man bei vielen Hostels, Hotels oder Zimmer relativ spät noch stornieren kann. Bei meiner Ausrüstung hab ich nicht geknausert – ich war bis auf einen Schneesturm für alle Wettermöglichkeiten gerüstet. Und so ging’s dann los.

TAG 1: INGOLSTADT – KÖTSCHACH, ca. 400 Kilometer

Morgens um halb 5 in Deutschland

Kilometerstand 29438

Und so ging es am 01. August morgens um 4.30 Uhr los. Ich hatte mir zum Ziel gesetzt, die ca. 620 km in 2 Tagen zu fahren. Der erste Zwischenstop sollte zur Hälfte erfolgen, d.h. Kurz nach der Tauernschleuse. Total aufgeregt und nervös bin ich los. Nach ca. 60 km zum ersten Mal Ärger – eine Umleitung, die nicht richtig beschildert war – 15 km Umweg. Danach lief´s richtig rund und so erreichte ich gegen 11 Uhr die Österreichische Grenze zwischen Weißbach und Unken. Ich war total begeistert von der Landschaft. In Österreich lief´s auch ohne Probleme, nur die Hitze (37°) machte mir etwas zu schaffen. Vorbei an dem wunderschönen Saalfelden am Steinernen Meer ging´s Richtung Zell am See. Ich war nur am Schauen und Staunen, ich kannte das alles ja nur aus dem Auto. Und so gings gegen 14 Uhr auf die Tauernschleuse zu. Da ich einfach unerfahren bin mit dem Roller in den Bergen, erschien mir die Zugverladung am Vernünftigsten. Die beiden Kollegen, die die Fahrzeuge auf die Waggons verteilten, konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen. „1. Gang rein und Seitenständer raus“, war sein Kommentar.

An der Zugverladung

Nach der Tunneldurchfahrt wollte ich mir schön langsam eine Unterkunft suchen. In der Vorbereitung hatte ich auch über Zelten nachgedacht, aber mit fast 40 erschien es mir sinnvoller, mir unterwegs Zimmer zu nehmen. Positiver Nebeneffekt: Weniger Gepäck und Ballast. Als ich aber dann auf die Uhr schaute und es gerade 15 Uhr durch war, bin ich doch noch etwas weitergefahren. Und so ging´s von Mallnitz runter nach Untervellach. Bei der Abfahrt wurde ich von Radlern überholt (und ich war mit ca. 55 km/h unterwegs). Nach dem Pass Iselberg und dem Gailberg-Sattel kam ich in das schöne Kötschach, wo ich mir gegen 17.30 eine Pension gesucht habe. Ich wollte den Plöckenpass am nächsten Morgen in Ruhe angehen. Und so nahm ich mir ein Zimmer in der Pension Lipicer – 38 Euro inklusive Frühstück. Das Geld war sehr gut angelegt, wer in der Gegend ist – absolut empfehlenswert.

Haus Lipicer in Kötschach

Blick vom Zimmer aus

Hier die Route bei Bing Maps für Tag 1

 

TAG 2: KÖTSCHACH – PORTOROZ, ca. 220 Kilometer

7.30 Uhr – Da geht´s drüber

Ausgeschlafen, erholt und gut gefrühstückt gings um halb 8 Früh weiter Richtung Plöckenpass. Davor hatte ich richtig Respekt. Es war auch gut so, denn ich war absolut der Einzige auf dem Pass. Es war auch richtig frisch. Als ich den Pass hinter mir hatte, bin ich erstmal rechts rangefahren zum Durchatmen.

Bella Italia

Der Plöckenpass – Ich war da

Da ich mir nicht sicher war, ob ich ab Tolmezzo weiterhin auf Straßen mit der Bezeichnung „SSxx“ fahren darf, bin ich zu einem Carabinieri und hab ihn gefragt. Nach einem Blick auf den Scoopy hat er geschmunzelt und gesagt: “Wenn du es schaffst, kannst du bis Neapel fahren, solange du die Autobahn nicht benutzen willst.“ – Er hatte recht, es fuhren Radfahrer auf den Bundesstraßen in Italien. Bis Udine lief´s wieder super, es wurde nur immer heißer. Mittags hatten wir schon wieder fast 40°. Nach Udine musste ich Richtung Triest. Irgendwann hab ich mich dann gewundert, dass auf den Schildern der Weg nach Venedig immer kürzer wurde….Verdammt, ich bin eine halbe Stunde in die falsche Richtung gefahren. Also umgedreht und dann ging´s zurück. Richtung Monfalcone. Hier gab´s dann eine Riesenpizza für mich !

Nur für mich !!!! Selten so gut gegessen.

War absolut prima !!! Richtig unspektakulär ging´s dann weiter bis Triest. Kurz vor Triest überkam mich ein absolutes Glücksgefühl. Das Meer…..schön !

Der erste Blick auf´s Meer – ein Traum !!

Ich traf ein dänisches Pärchen und bat sie, ein Foto von mir und meinem Roller zu machen. Ich erzählte ihnen, dass aus Deutschland bis Triest gefahren bin. Seine Anwort: „ETWA DAMIT ?“ und er zeigte auf meinen Roller – „RESPECT, you crazy German !“.

Kurz vor Triest – Hier war die Welt noch in Ordnung….

Dann kam DER ALPTRAUM der gesamten Reise. Ich bin anscheinend falsch abgebogen und stand mitten in Triest. Anscheinend gibt es ein Gesetz in Italien, es muss so sein, dass es VERBOTEN sein muss, dass es in italienischen Großstädten irgendwelche Wegweiser geben darf. Nach einer einstündigen Irrfahrt mit einer fast-Auffahrt auf die Autobahn bin ich dann endlich rausgekommen. Über Muggia erreichte ich dann endlich die Slowenische Grenze.

DOBRODOŠLI UND WILLKOMMEN in Slowenien

Über den Dächern von Izola – UNFASSBAR schön !!!!

Am Ziel der Reise – ein wahnsinniges Glücksgefühl

Über Ankaran, Koper und Izola erreichte ich gegen ca. 16 Uhr das Hostel in Portoroz. Hostel Portoroz, Soncna Pot 20. 3 Nächte Einzelzimmer mit Dusche im Zimmer für 72 Euro, ein Schnäppchen. Gut, es ist alt und etwas abgewohnt (war früher anscheinend ein Studentenwohnheim) und es ging steil den Berg hinauf, aber der Blick aus dem Fenster hat mich entschädigt. Nach einer kurzer Erholungsphase und einer Dusche fuhr ich mit dem Bus nach Piran, meiner Meinung nach einer der schönsten Städte an der Adria. Bei einem Grillteller und Live-Musik lies ich den Tag ausklingen.

Der Blick aus meinem Zimmer – Hammer, oder ?

Hier die Route für Tag 2 bei Bing Maps

TAG 3: RELAXEN – ca. 25km 🙂

Am nächsten Morgen merkte ich ganz schnell, dass ich bei meiner Unterkunft bei dieser extremen Hitze am falschen Ende gespart hatte. Ich hätte doch ein Zimmer mit Klimaanlage buchen sollen – Das Hostel (das ansonsten wirklich prima ist) hatte keine Zimmer mit Klimaanlage und in der Nacht hatte ich immer noch um die 30° im Zimmer. Da lauter junge Leute in diesem Hostel waren, wurde natürlich auch laut gefeiert. Sollen die Kids auch machen, aber für einen alten Mann wie mich (Ich war ca. doppelt so alt wie 90% der anderen Gäste) war die Kombination aus Hitze und wenig Schlaf nicht so prickelnd. Nach ca. 3 Stunden Schlaf besorgte ich mir ein Frühstück und legte mich an den Strand.

Morgens am Strand – Tote Hose, aber schon 30°

Portoroz ist meiner Meinung nach eine der Motorradfreundlichsten Städte, die ich kenne.

Überall gibt’s hier diese 1A Parkplätze direkt am Meer für Motorräder und solche, die’s noch werden wollen

Sonnenuntergang in Bernadin

Piran – Die Perle der Adria. Das Foto hab ich 2012 in unserem Sommerurlaub geschossen

An der Obala, der Hauptstraße direkt am Strand, gibt’s in Abständen von ca. 200 m immer wieder kostenlose Parkplätze für Motorräder. Ich genoss das Meer in vollen Zügen. Aufgrund der immensen Hitze war der Strand auch nicht so überfüllt. Zum Glück holte ich mir keinen Sonnenbrand. Mittags gab´s dann frische Melone. Nachmittag wollte ich mich dann für eine kurze Siesta ins Zimmer legen, aber aufgrund der Temperatur im Zimmer unmöglich. So fuhr ich mit dem Scoopy ein bisschen am Meer entlang. Danach ging ich gleich wieder an den Strand. Abends saß ich dann ganz gemütlich in einem Strandlokal bei einer super Pizza und genoss die Abendstunden. Es ist einfach schön in Primorska (so heißt die slowenische Adria-Gegend). Als ich dann gegen 23 Uhr wieder in Hostel zurückging, reifte in mir der Gedanke, das Hostel einen Tag früher zu verlassen, weil noch eine Nacht bei der Hitze….puh. Nicht falsch verstehen, das Hostel an sich ist wirklich prima. Günstig und zweckmäßig, aber halt ohne Klimaanlage, ich würde es aber jeden empfehlen, der gut und preiswert übernachten will. Der Mann an der Rezeption sagte selber, dass er sich nicht erinnern könnte, eine solche Hitzewelle in den letzten 10 Jahren erlebt zu haben. So stand ich vor der Wahl: Ein anderes Zimmer in einem der Hotels am Ort zu suchen oder aber nach Hause zu fahren. Nach einem Blick in meine Reisekasse und da es sich um den LKW-freien Sonntag handelte, entschied ich mich für Letzteres. Ich verlor zwar den Preis für einen Tag Hostel (ca. 24 Euro), sparte mir aber auch einen Tag Essen und Trinken, so dass ich eigentlich keinen Verlust hatte.

An der Adria – fühlt sich immer noch unwirklich an

Die Unterkunft für den gehobeneren Anspruch……

Der Tartini-Platz in Piran – Abends ein belebtes Plätzchen

Könnte mir schlechtere Orte vorstellen….

Portoroz bei Nacht

TAG 4: PORTOROZ – BAD HOFGASTEIN – 310 km

Um 8 Uhr früh ging es frisch geduscht und gepackt Richtung Heimat. Diesmal gab es keine Problem mit der Route, und so hatte ich nach ca 90 Minuten mit einem großen Seufzer der Erleichterung Triest hinter mir. Die SS14 Richtung Venedig ist für einen Roller- oder Motorradfahrer ein Traum. Man fährt direkt am Meer entlang und hat die ganze Zeit den Geruch und eine kühle Brise in der Nase. Kurz vor Udine wollte ich dann Tanken. Jetzt kommt ein Erlebnis, das mich einerseits unglaublich wütend gemacht hat, andererseits habe ich auch wieder den Glauben in die Menschheit gewonnen. In Italien ist es Sonntags anscheinend so, dass alle Tankstellen nur mit Automaten betrieben werden. D.h. Geldschein rein, Zapfsäule auswählen, Tanken. Ich war mir nicht ganz sicher, und so fragte ich einen älteren Herren, ob er mir das erklären könnte. Das tat er auch. Also wollte ich einen 5-Euro-Schein in den Automaten stecken. Jetzt war das Problem: Der Automat kann nur alte Fünfer. Dann probierte ich meine Kreditkarte – wieder ohne Erfolg. So schob ich einen Zwanziger in die Kiste, das ging plötzlich. Für 5 Euro getankt, wartete ich auf mein Restgeld. Statt dessen bekam ich aber einen Zettel aus dem Automaten, dass ich für die Differenz an dieser Tankstelle jederzeit tanken dürfe. Also 15 Euro beim Teufel. Der ältere Herr bekam das mit. Er fragte mich, was los sei. Ich erklärte es ihm, wir kamen ins Gespräch und ich erzählte ihm von meiner Tour. Er sah mich an, dann meinen Scoopy, lachte lauthals und gab mir 15 Euro, nahm den Zettel an sich und sagte sinngemäß auf Englisch: „Ich war auch mal jung. Ich wünsch dir viel Glück und viel Spaß auf deiner Reise. Komm gut heim und kauf dir von den 15 Euro eine gute Pizza. Fahr vorsichtig !“ – dann stieg er ein und fuhr weiter. Als ich das Kennzeichen sah, sah ich, dass der Mann aus Genua war, also vermutlich auch seltener hier zum Tanken kam. Da hatte ich kurz einen Klos im Hals. Es ist jetzt nicht so, dass ich kein Geld mehr hatte, aber dieses Verhalten dieses Mannes machte mich sehr glücklich.

Soldatenfriedhof und Denkmal in Redipuglia – Beeindruckend

Nach diesem Erlebnis ging ich Essen und rollte weiter bis zum Plöckenpass. Hier kühlte die Temperatur (die gegen 10 Uhr schon bei 39° lag) erkennbar ab, zum Glück. Und so kroch ich hinauf, wobei ich überraschenderweise nie unter 25 km/h kam. Die Entscheidung, Sonntags zu fahren, war goldrichtig. Keine LKWs auf den Straßen und so ging´s auch problemlos durch Österreich. Ich genoss die Fahrt in jeder Hinsicht. Die Gerüche, wenn man durch den Wald fährt oder auch die Aussicht auf den Pässen, das bekommt man ja im Auto nicht so mit. Wieder den Gailberg hoch, den Pass Iselberg und nach Mallnitz zur Zugverladung. Natürlich auch wieder einer der Kollegen von der Hinfahrt auf dem Zug, und als er mich und mein Moped wieder sah, musste er lachen, sagte andererseits auch zu mir: „Respekt – Hoffentlich kommst noch gut nach Hause“. Er erzählte dann auch, dass er im Schnitt so einmal die Woche ein Mofa oder ein 50ccm-Roller auf dem Zug festzurren darf.

Traumhafter Ausblick vom Iselsberg

Scoopy goes to mountain…

Zugverladung Mallnitz

Auf der Südseite des Tunnels hatten wir Sonnenschein und 35° und es war ca. 17 Uhr. Nach einer Fahrt von ca. 15 Minuten kamen wir in Böckstein wieder aus dem Tunnel und ich hatte das Gefühl, ich bin auf einem anderen Planeten. Sturm, Regen, 18° – ich hatte richtig Angst. Auf einer Baustelle sind die Bautafeln umgefallen. Ich bin noch irgendwie die 5 km von Bad Gastein (einfach zu teuer) nach Bad Hofgastein gefahren und hab das erste Zimmer genommen, dass ich kriegen konnte. Und das ist ein echter Tipp von mir: Haus Feichter (Inh. Fam. Höfler), Vorderschneeberg 44 in A-5630 Bad Hofgastein. Als ich da angekommen bin, hat mich der Schwiegersohn schnell ins Haus geholt, den Scoopy geparkt. Später kamen dann die Wirtsleute. Ein total nettes, älteres Ehepaar, denen es einfach Spaß macht, sich um Leute zu kümmern. Der Preis für das Zimmer (mit Dusche) + Frühstück knappe 24 Euro. Vom Hunger getrieben ging ich dann nach einer Dusche in den gegenüberliegenden Bertahof zum Essen. Schweinshaxe auf einem heißen Stein mit Semmelknödel, Kraut und hausgemachten Kren (Meerrettich) für 13 Euro – bei der Riesenportion absolut in Ordnung. Abends vor dem Bettgehen fragt mich dann die Zimmerherrin, wann ich den Frühstücken wolle, und ob ich viel Hunger habe. Ich sagte ihr, dass ich so um 9 Uhr weiterfahren möchte, also 8 Uhr wäre prima.

Selbsterklärend

Haus Feichter in Bad Hofgastein – empfehlenswert !

Am gleichen Tag – nördlich der Tauernschleuse. 20° Temperaturunterschied

Hier die Route für Tag 4 bei Bing Maps

 

TAG 5: BAD HOFGASTEIN-INGOLSTADT – 310 km

Nach einer herrlichen Nacht bei kühlen, angenehmen Temperaturen bin ich dann um 7 aufgewacht wie in einem Heimatfilm mit einem Kikeriki vom Nachbarhof. Da ich Kaffee gerochen habe, bin ich nach dem Duschen gleich runtergegangen. Da haben mir die Frühstück gemacht, da wären locker 2 davon satt geworden. Mir war es gleich peinlich, dass ich nicht alles geschafft habe. Als es ums Zahlen ging, haben sie sich zu mir gesetzt, wir haben die Formalitäten geklärt und sind dann ins Gespräch gekommen. Ich habe selten so angenehme und nette Menschen kennengelernt wie dieses Ehepaar. Wir haben uns dann total verquatscht, aber genau von solchen Momenten lebt so eine Tour. Es war noch richtig frisch draußen und im Gasteinertal war Hochnebel, wie aus einem Bilderbuch. Ich musste gleich Handschuhe anziehen. Dann ging´s los Richtung Zell am See. Es gab noch einen Moment, der mich nervös machte, das war die Durchfahrt durch den Tunnel am Klammstein. Aber auch hier keine Probleme. Ich fuhr und fuhr und fuhr. Es war so schön. Vorbei an Zell am See, Richtung Saalfelden am Steinernen Meer. Und nach Saalfelden kam der schönste Teil der ganzen Reise.

Aufwachen auf dem Bauernhof

Es war noch richtig frisch draußen und im Gasteinertal war Hochnebel, wie aus einem Bilderbuch. Ich musste gleich Handschuhe anziehen. Dann ging´s los Richtung Zell am See. Es gab noch einen Moment, der mich nervös machte, das war die Durchfahrt durch den Tunnel am Klammstein. Aber auch hier keine Probleme. Ich fuhr und fuhr und fuhr. Es war so schön. Vorbei an Zell am See, Richtung Saalfelden am Steinernen Meer. Und nach Saalfelden kam der schönste Teil der ganzen Reise.

Frühstück für eine Person…..

Das Gasteiner Tal im Nebel, morgens um 10 Uhr

Kurz nach Saalfelden am Steineren Meer – Traumhaft

Die B311 bis Lofer. Es hatte ca. 23°, Sonnenschein, fast kein Auto unterwegs, eine super ausgebaute Straße und ein Panorama, unglaublich. In dem Moment war ich richtig glücklich und zufrieden. So lief der Scoopy Deutschland entgegen. Nach Unken ging´s mittags über die Grenze Richtung Inzell und danach kurz durch den Wald auf die B21. Da merkte ich schon, dass was nicht stimmt. Eine Blechlawine von bestimmt 50 Autos. Tja, mit dem Roller bis ganz nach vorne gefahren, sah ich, dass Straßenarbeiter einen Baum von der Straße zogen, zum Glück nichts passiert, und nach 5 Minuten ging´s für mich auch weiter. Ich glaube aber, dass die Autos ganz hinten in der Schlange heute noch stehen *grins*.

Kurz vor Lofer – noch in Österreich

Idylle pur

Letzter Blick auf die Berge….kurz vor Inzell

Jetzt merkte ich, dass ich mich richtig auf Daheim freute. So fuhr ich ohne Mittagessen weiter, ich hatte ja gut gefrühstückt. Über Traunstein, Traunreut, Altenmarkt, Waldkraiburg ging´s weiter Richtung Heimat. Schön langsam brannte auch die Sonne wieder runter (34°). Mit der Zeit kam ich auch wieder in vertraute Gegenden und als ich dann gegen 17 Uhr daheim in den Hof fuhr, war ich nur noch glücklich. Ich bin abgestiegen, habe den Scoopy vor lauter Freude geküsst und wurde dann von meiner Frau und meiner Tochter in die Arme geschlossen.

Dankeschön – ohne Probleme und Macken….

Kilometerstand 30770

Da freut man sich auf daheim…..

Hier die Route für Tag 5 auf Bing Maps

Mein Roller ist die ganzen ca. 1300 km ohne Probleme gelaufen. Kein Husten, gar nichts. Am Anfang der Reise war da so ein Schlingern, aber in der ersten Nacht habe ich festgestellt, das lag am Gewicht vom Gepäck. Ich hab dann hinten mehr Luft in den Reifen und vorne etwas raus und alles war gut.

Dankeschön an Markus vom Motorrad-Team Sedlmair in 85088 Manching, der meinen Scoopy richtig vorbereitet hat für die Tour. Markus, du hast einen super Job gemacht !!!

Mein Fazit: Es war ein unglaubliches Erlebnis. Die Eindrücke waren wahnsinnig schön und unvergesslich. Körperlich ging´s mir super, nur die Sonne hat mir zu schaffen gemacht. Andererseits will ich nicht jammern – es hat bis auf die 10 Minuten beim Heimfahren keinen Tropfen geregnet !

Finanziell war alles prima, ich bin mit 400 Euro los, für die Unterkünfte hab ich ca. 150 Euro bezahlt, ich musste 12x tanken (ca. 60 Euro), die Zugverladung kostet hin und zurück 29 Euro. Beim Essen war ich jetzt auch nicht gerade sparsam – ABER: Nach dem Kassensturz daheim musste ich gleich schmunzeln: Ich hatte noch 7 (!!!) Euro übrig ! 😉

Die Route:

Hier die Route für die komplette Tour bei Bing Maps

In Deutschland:

Ingolstadt – Geisenfeld – Rottenegg – Sandelzhausen – Moosburg – Taufkirchen/Vils – Waldkraiburg – Traunreut – Traunstein – Inzell – Schneizlreuth

In Österreich:

Unken – Lofer – Saalfelden am Steinernen Meer – Zell am See – Bad Gastein – Zugverladung Böckstein – Mallnitz – Obervellach – Winklern – Pass Iselsberg – Oberdrauburg – Gailbergsattel – Kötschach – Plöckenpass

In Italien:

Timau – Rivo – Tolmezzo – Tricesimo – Udine – Monfalcone – Duino – Triest – Muggia

In Slowenien:

Ankaran – Koper – Izola – Portoroz

ca. 620 km

Werkeuge und Ersatzteile:

An Gabelschlüssel hatte ich jede Größe dabei von 8 bis 22. Dann noch 2 Franzosenschlüssel. Diverse Zangen, Schraubenzieher, Messer usw. Auch habe ich mir ein Panzertape eingepackt. Ersatzteilmäßig habe ich Bremsbeläge, den alten Antriebsriemen für den Notfall, einen Schlauch (passt hinten und vorne), diverse Leuchtmittel und Zündkerzen eingepackt. Zusätzlich noch einen Liter Öl und ein Pannenspray. Gebraucht habe ich zum Glück nichts, aber ich war beruhigt, dass ich alle Eventualitäten gewappnet war.

Das hatte ich alles dabei

Und das habe ich gebraucht…NICHTS !!!

Was bei Fahrten im Ausland wichtig ist:

Da bei 50ccm kein großes Nummernschild am Roller ist – einen alten “D”-Aufkleber sichtbar am Gefährt anbringen. Eine gelbe Warnweste greifbar haben (und zwar sollte die im Sitzen erreichbar sein) und eine grüne Versicherungskarte für´s Ausland. Der Helm sollte die Euro-Norm ECE-22 05 erfüllen. Vor allem in Italien und Österreich kontrolliert die Polizei öfter mal.

Wer Interesse hat an einer Tour:

Ich empfehle euch wärmstens die Seite www.slooowriders.de für Planungen, Fragen und Anregungen. Bastian aus Nürnberg betreibt da eine Wahnsinns-Homepage.

Mein Tipp:

Werkzeug kann man nicht genug dabei haben, aber beim Fahren selber würde ich mir weniger Gedanken machen. Ich würd einfach drauf los fahren.