Am Natternberg bei Deggendorf

Tagestour am 21.05.2018: ca. 300 Kilometer

Der Natternberg bei Deggendorf mit seiner Burgruine

Die Tour heute war etwas sehr Spezielles, etwas sehr Persönliches. Sozusagen eine kleine Zeitreise zurück in meine Kindheit. Ich hatte wunderbare Großeltern, väterlicherseits genauso wie mütterlicherseits. Die Eltern meines Vaters (von diesem Opa hatte ich den Scoopy geerbt) wohnten in meinem Heimatdorf in der gleichen Straße wie ich, aber die Eltern meiner Mutter wohnten etwas weiter weg, eben in der Ortschaft Natternberg bei Deggendorf am Rande des Gäubodens und des bayrischen Waldes. Es war in den Ferien immer ganz etwas Besonderes für ein oder zwei Wochen zu Oma und Opa zu fahren. Vor allem habe ich auch ganz viel Verwandschaft in der Gegend, so dass die Hütte immer voll war mit Cousins und Cousinen. Nach dem Tod meines Großvaters im Jahr 2005 hat sich der Kontakt leider ziemlich verlaufen, deshalb war ich auch schon länger nicht mehr in der Gegend. Wir waren paarmal in Ungarn, da kommt man direkt dran vorbei, auf der A3 Regensburg – Passau kurz vor dem Kreuz Deggendorf hat man einen wundervollen Blick auf den Berg. Dann wird natürlich auch kurz rausgefahren auf den Friedhof, aber in Natternberg selber war ich schon länger nicht mehr.

Morgens um 10 in Bayern

Normalerweise fahre ich ja einfach drauf los, aber diesmal habe ich mich wirklich vorher mit der Route beschäftigt. Mit dem Auto fährt man halt nur Bundesstraße oder Autobahn, aber mit dem Roller ist das eher suboptimal. Irgendwann hatte ich dann die Strecke im Kopf, ich musste nur bis Plattling finden, der Rest ergibt sich dann schon…..Natternberg ist ein Stadtteil von Deggendorf und liegt von uns aus gesehen kurz hinter Plattling.

Kaiserwetter

Auf die Route möchte ich gar nicht so eingehen, am Ende des Textes ist wie immer der Link dazu, es war einfach nur sehr, sehr schön zu fahren. Ich fuhr durch das schöne Labertal (die kleine Laber), an der Aiterach entlang und kam irgendwann dann auch in den Gäuboden, der da liegt wie ein flaches Brett. Ungefähr wie das Donaumoos, nur größer.

Die Pfarrkirche St. Martin in Pfeffenhausen

Wallfahrtskirche Heiligbrunn

Bei meiner Fahrt durch Niederbayern konnte ich feststellen, wie auf dem Land doch sehr auf die Dorfgemeinschaft geachtet wird. Es war Pfingstmontag, überall waren Schilder draußen, die zu Dorffesten oder Pfingstrosen usw. eingeladen haben. Auf den Straßen außerhalb war nichts los, aber in den Ortschaften war reges Treiben. Ich musste unwillkürlich an das Lied “Niederbayern” von Hannes Ringlstetter denken.

Blick auf das herrliche Aiterach-Tal

Blick über den Gäuboden mit dem Bayrischen Wald am Horizont

Nach guten 3 1/2 Stunden Fahrt durch Felder, Dörfer und Wälder hab ich ihn dann endlich entdeckt, den Natternberg. Ist auch nicht leicht zu übersehen, da außenrum alles “brettl-eben” ist. Es gibt eine Sage zur Entstehung des Berges: Der Teufel wollte einen großen Stein in die Donau werfen, damit Deggendorf überschwemmt wird. Als dann aber im naheliegenden Kloster Metten plötzlich die Glocken schlugen, ist der Teufel erschrocken, hat die Donau verfehlt und der Felsen schlug an der jetzigen Stelle ein (ca. 5 Kilometer von Deggendorf entfernt). Auch wenn es der Name vermuten lässt, habe ich auf dem Berg noch nie eine Schlange gesehen. Blindschleichen findet man schon eher. Heute bin ich nicht hoch gegangen zur Burg, aber wer mal vor Ort ist, sollte es sich nicht nehmen lassen – wunderbare Aussicht von da oben.

Der erste Blick

Der Natternberg mit der Burgruine

Wie man auf den Bildern sehen kann, standen ein paar dicke Wolken über dem Bayrischen Wald, aber die verschwanden so schnell, wie sie gekommen waren. Ich bin natürlich auch in die Ortschaft gefahren, aber leider hat sich der Ortskern sehr verändert. Im Jahr 2013 hat ein furchtbares Hochwasser Deggendorf und Umgebung heimgesucht und so mussten auch in dem kleinen Ort Natternberg 30 Häuser abgerissen werden.

Blick von der Hauptstraße aus – viele Neubauten als Folge des Hochwassers

Eigentlich wollte ich in Natternberg auch noch zum Burgwirt gehen, aber der hatte leider zu. So habe ich mich einfach mal eine halbe Stunde ins Gras gesetzt, den Berg angeschaut und in Kindheitserinnerungen geschwelgt. Manchmal möchte man eine Zeitmaschine haben…..

Ein letzter Blick

Bevor es aber zu sentimental wird….geht´s wieder auf den Heimweg. Die Hinfahrt war so schön, darum bin ich nach dem Friedhofsbesuch auf dem gleichen Weg wieder nach Hause gefahren.

Aus Straubing kommt das bayrische Rautenmuster – hab ich auch nicht gewusst

Die spätgotische Kirche St. Martin bei Andermannsdorf

Leider geschlossen 😉

Der Weg ist das Ziel

Zwischen Ergoldsbach und Pfeffenhausen wurde mein Roller dann fünfstellig:

9999.9

10000

Nach einen kurzen Stop bei dem Restaurant zur Goldenen Möwe nahm eine wunderschöne Ausfahrt gegen 18 Uhr ein schönes Ende. Es war toll, mal wieder an früher zu denken, sich an tolle Momente oder Menschen zu erinnern. Die Strecke an sich war eh ein Traum, ein Mix aus Allem. Felder, Hügel, Wälder – aber kein Verkehr. Passt 🙂

Hier die Route

Hier noch das Fundstück der Tour:

Kein Kommentar 😉