Scoopy on Tour

An den Ismaninger Speichersee

Tagestour am 21.09.2015: ca. 230 Kilometer

Der Scoopy am Ismaninger Speichersee

Montag Morgen, Kind in der Schule. Ich sitze mit meiner Frau bei strahlendem Sonnenschein in Ingolstadt in einem Café beim Frühstücken. Ich hatte für heute mal Interesse an einer Ausfahrt angemeldet. Daheim lag nichts Wichtiges an, meine Frau wollte Bügeln und meine Tochter hatte laut Stundenplan bis 14.30 Uhr Unterricht. Neben dem Café hat vor ein paar Tagen ein sogenanntes Classic Oldtimer-Hotel mit einem Konzert der Kult Band Uriah Heep eröffnet. Standen schon ein paar heiße Teile in der „Lobby“. Nachdem dann noch ein paar schwere Maschinen vor’s Hotel geparkt wurden, konnte ich nicht anders – ich musste dem Ganzen den letzten Schliff geben. 🙂

Vier heiße Öfen – nur das Auto stört ein bisschen 🙂

Heute hatte ich mir mal wieder einen See als Ziel vorgenommen. Mir ist jetzt schön öfter auf der Landkarte im Nordosten von München eine Wasserfläche aufgefallen, die in etwa so groß wie der Tegernsee ist. Bei näherem Betrachten stellte sich diese riesige Wasserfläche als der Ismaninger Speichersee raus. Ist bis jetzt völlig unter meinem Radar durchgeflogen – ist in dem Sinn ja auch kein Ausflugsziel. Der See ist künstlich angelegt und dient als eine Art natürliches Klärbecken für München und Umgebung. Bei der Routenplanung hat mich der Name etwas verwirrt. Der See liegt nur mit einem kleinen Teil auf Ismaninger Gemeindegebiet. Eigentlich liegt nur eine Ortschaft direkt am See – Neufinsing bei Moosinning am Flughafen München.

Hier gibt’s mehr Informationen zum Speichersee.

Als ungefähren Anhaltspunkt hab ich mir für die Hinfahrt die Strecke über Wolnzach und Freising rausgesucht. In Wolnzach war ich kurz am Überlegen, das Hopfenmuseum zu besuchen, aber das hat Montags zu.

Am Hopenmuseum in Wolnzach

Über Schweitenkirchen und Kirchdorf an der Amper kam schön langsam bei überragendem Rollerwetter, d.h. ca. 20° und Sonnenschein, das schöne Freising in Sichtweite. Landschaftlich bis dahin eine ganz tolle Route. Ich kam auch an der Quelle der Abens vorbei – zumindest an einem Schild, auf dem stand, dass es bis zur Quelle noch 10 Minuten Fußmarsch wären. Ich hätte meinen Roller unbeaufsichtig mitten zwischen den Hopfengärten stehen lassen müssen, das wollte ich dann auch nicht.

Die schöne Amper

Am Münchener Flughafen

Kurz nach Freising kam ich durch das schöne Attaching. Bei einer Kapelle in der Ortsmitte fiel mir ein Kreis aus Findlingen auf – Bayrisches Stonehenge ? Ich fragte einen älteren Mann, der gerade um die Kapelle den Rasen mähte, was das den sein sollte ? Da bekam ich zur Antwort: „Dieser Steinkreis symbolisiert die 12 Apostel.“ – Wieder was gelernt.

Die 12 Apostel

Historische Wegweiser bei Freising

Brückenwächter bei Kirchdorf

Gegen Mittag erreichte ich dann schön langsam auch den Flughafen München bzw. fuhr ich an der nördlichen Start- und Landebahn entlang. Ich habe bis jetzt immer noch keinen Weg gefunden, auf legalen Wegen und Straßen  mit dem Scoopy in den Flughafen zu kommen. Jetzt waren es nur noch ein paar Kilometer bis Neufinsing. Gegen halb eins erreichte ich dann den einzigen an den See angrenzenden Ort. So weit – so gut. Doch wie komme ich jetzt an den See ? Der erste Kilometer lag hinter einem hohen Damm. Der See liegt anscheidend auf dem Betriebsgelände der Bayernwerke. Aber nach einer Weile geht es mal einen Weg hoch zum See. Der See wird durch einen Damm in einen Ost- und einen ca. doppelt so großen Westteil geteilt. Auf den Bildern sieht man auch nicht, dass der See eine maximale Tiefe von nur 3m hat. Ist schon beeindruckend, wenn man da steht. Keine Menschenseele weit und breit zu sehen.

Blick auf den Westteil des Sees

Und hier der Ostteil – relativ unspektakulär

Der See an sich ist wunderschön, aber es ist schon seltsam, wenn bei schönstem Wetter keine Menschen an so einer riesigen Wasserfläche zu sehen sind, aber natürlich herrscht hier striktes Badeverbot. Angeln ist erlaubt. Zumindest einige Radfahrer hab ich gesehen. Es gibt auch keine Lokale oder ähnliches am Ufer. Nun gut – für’s Auge und für die Seele war’s gut und das war das Wichtigste !

Mein Plan für die Weiterfahrt war, dass ich weiter am Nordufer Richtung Ismaning fuhr. Ich wollte dann über Garching heimfahren. Theoretisch eine super Idee – aber praktisch….ein Flop. 😉 Ich fuhr ca. 3 Km an einer blickdicht eingezäunten Teststrecke von BMW entlang und kurze Zeit später sah ich ca. 100m vor mir eine Schranke, durch die nur Mitarbeiter der BMW oder Bayernwerke Zutritt haben, genau weiß ich’s gar nicht, bin nicht bis zur Schranke gefahren. Mist. So fuhr ich wieder zurück und kurvte durch’s Finsinger Moos Richtung Ismaning. Flach aber schön ist die Gegend da. Da stehen Häuser – uiuiui – da spielt Geld keine große Rolle. Ismaning ist relativ unspektakulär – über die B 471 fuhr ich die paar KM nach Garching weiter.

Das schöne Garching

Oldtimer in Neufahrn

Gesehen in Freising

Autobahnbrücke bei Geisenhausen

Ich mag diese alten Wegweiser

Kurz darauf erreichte ich das schöne Dörfchen Gebrontshausen. Aus dem Augenwinkel hab ich am Straßenrand das Schild „Kalvarienberg, Kapelle und Grotte“ gesehen. Ich hatte keine Ahnung, was mich da erwartete. Hier die Geschichte dazu (mehr hab ich dazu nicht gefunden)

Es ist immer wieder faszinierend und schön, was für Überraschungen links und rechts der Straße warten. 🙂

Grotte Kalvarienberg Gebrontshausen

Kreuzweg zum Kalvarienberg

Kalvarienberg

Nach diesem überraschenden, aber sehr besinnlichen Zwischenstopp erreichte ich Geisenfeld. Zwischen Geisenfeld und Ernsgaden, bei den Nöttinger Weihern gibt’s seit ein paar Jahren einen Wasserski-Park, den ich mir schon länger mal anschauen wollte. Ein Blick auf die Uhr – Bis zum Abendessen war noch genug Zeit, also rechts raus 😉

Wasserskipark in Nötting

Für mich wäre das nichts

Gegen 18 Uhr fuhr ich dann daheim in den Hof. Ein wunderschöner Tag mit einer überragenden Tour ging zu Ende. Die Strecke ist für 50ccm ein Traum. Schöne Landschaft und kaum Autos. Einzig um Ismaning rum war verkehrstechnisch etwas geboten. Fazit: TOP !!!!

Und als Krönung gab’s dann noch Schweinebraten mit Knödel von meiner Frau 🙂

Bei Geroldshausen hab ich den Spruch des Tages entdeckt:

 

Hier die Route