Aschermittwoch im fränkischen Seenland

Tagestour am 06.03.2019: ca. 220 Kilometer

Am Altmühlsee

Was soll ich sagen ? Es geht wieder los. Fasching ist vorbei – Helau, Alaaf oder wie auch immer. Ich habe Urlaub und Wetterbericht sagt Sonnenschein und bis zu 16°. Das heißt: Ich habe Lust, Zeit und die Gelegenheit zum Rollerfahren. Also habe ich bei der besten Ehefrau der Welt, nämlich meiner, eine Ausfahrt angemeldet 😉 Da wir morgen eh ein paar Tage an den Kochelsee fahren, habe ich als grobe Richtung eher mal den Norden ins Auge gefasst.

Morgens um 9 in Bayern – Blick auf Ingolstadt

Bei sportlichen 5° fuhr ich dann auch ganz tapfer los, dick verpackt – Richtung Norden. Eigentlich wollte ich nur etwas herumfahren – Ein richtiges Ziel hatte ich gar nicht ins Auge gefasst, Hauptsache etwas Sonne 😉

Die Sonne bahnt sich ihren Weg

So fuhr ich altbekannte Straßen lang – bis ich im Schambachtal war. Ich hab früher schon mal erwähnt, dass ich es sehr mag, wenn ein kleiner Bach oder Fluss sich in einem Tal entlang schlängelt, genau das war hier der Fall. Im Schatten, bzw hier im Wald war´s noch ziemlich zapfig, aber wo die Sonne durch kommt, war´s angenehm….

Seitenweg im Schambachtal

Über Gungolding (mit seiner Wacholderheide – ein 70 Hektar großes Naturschutzgebiet) erreichte ich dann das Anlautertal und das Thermometer stand mittlerweile bei 13° – Richtige Frühlingsgefühle machten sich breit. Das Anlautertal ist meiner Meinung nach das schönste Tal im Umkreis von 30 Kilometern um Ingolstadt. Man hat das Gefühl, dass die Zeit stehen geblieben ist.

Pfarrkirche Maria Himmelfahrt in Gungolding

Vor der “Wacholderheide” in Gungolding

Blick zurück im Anlautertal

Wie man auf den Bildern erkennen kann – es wurde sonniger und wärmer. Es pendelte sich so um die 15° ein und so fiel mir kein Grund dagegen ein, statt einer kleinen Runde etwas “weitläufiger” zu denken. Auf ins fränkische Seenland mit seinen 3 großen Seen Roth-, Brombach- und Altmühlsee. Warum nicht alle 3 besuchen ? Liegen schließlich nur jeweils ca. 20 Kilometer auseinander…

Blick auf Franken

Auf dem Weg dorthin musste ich natürlich auf der Wülzburg halten – Tipp vom Chefkoch: Unbedingt hinfahren. Am Besten, wenn der Burgwirt auch auf hat. Gut, kulinarisch hat mich das heute nicht unbedingt interessiert (war erst 11 Uhr) aber allein schon wegen der Aussicht konnte ich nicht vorbei fahren….Bin auch trotz des sehr unangehmen Windes hier oben eine Viertelstunde auf einer Bank gesessen, hab das unglaublich schöne Panorama genossen und mal wieder festgestellt, wie gut´s mir eigenlicht geht 😉

Immer wieder beeindruckend der Blick von der Wülzburg auf das Fränkische Hinterland….Hammer

Residenzstatt Ellingen

Über Weißenburg und Ellingen erreichte ich dann gegen Mittag das Südufer vom Brombachsee, genauer gesagt die kleine Ortschaft Ramsberg. Normalerweise steppt hier im Hafen der Bär, es gibt auch ein ganz tolles italienisches Restaurant mit See-Terrasse, aber heute war nichts los, absolut Tote Hose….war sehr überrascht. Ich meine, für mich war es gut 🙂

Der Hafen von Ramsberg am Bromachsee

Nachdem ich hier etwas Pause gemacht hatte (mit Leckereien vom Bäcker) machte ich mich wieder auf den Weg. Mein nächstes Ziel war der Altmühlsee bei Gunzenhausen. Ist jetzt nicht so bekannt wie der Brombachsee und fliegt bei den Leuten auch immer etwas unter dem Radar. Meiner Meinung auch zurecht. Ist ziemlich unspektakulär. Interessant ist die Tatsache, dass eine große Fläche des Sees im Nordwesten als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist (Vogelschutz). Hierzu muss man wissen, dass die 3 großen Seen des fränkischen Seenlands künstliche Seen sind und erst vor ca. 40 Jahren mit dem Bau begonnen wurde. Hier der Wikipedia-Eintrag dazu.

Von Ramsberg nach Gunzenhausen (dem Hauptort am Altmühlsee) sind es nur ca. 15 Kilometer. Ein Katzensprung sozusagen 😉 Als Anlaufstelle am See habe ich mir das Ufer bei Schlungenhof ausgesucht, genauer den Abschnitt, wo hauptsächlich die Surfer unterwegs sind. Hier konnte ich fast bis ans Ufer fahren.

Der Altmühlsee bei Schlungenhof

Auch hier Sonnenschein

Fernweh inklusive….

Auch hier gönnte ich mir ein Päuschen – es war herrlich in der Sonne. Komischerweise waren hier ziemlich viele Ausflügler unterwegs. Trotzdem war es hier sehr entspannt 🙂

Eigentlich stand jetzt noch der Rothsee auf dem Programm, doch auf dem Weg zurück (ich musste auf dem Weg zum Rothsee am Brombachsee vorbei) fasste ich den Entschluss, den Rothsee Rothsee sein zu lassen und mir ein Naturdenkmal in der Nähe von Weißenburg anzuschauen – Die steinerne Rinne von Rohrbach. Wer weiß, wann ich mal wieder in der Gegend bin ? Und so fuhr ich am Nordufer des Brombachsees entlang, immer noch bei schönstem Wetter. Ich mag am Brombachsee die Tatsache, dass er ziemlich stark umwaldet ist. Frischer Waldgeruch ist unbezahlbar – Ich liebe es 😉

Brombachsee bei Absberg

Aber nun zur “Steinernen Rinne”: Es handelt sich hier um ein Naturdenkmal. Normalerweise gräbt sich Wasser ja in den Boden in einem Bach- oder Flusslauf. Hier aber “wächst” der Bachlauf bedingt durch Kalkablagerungen in die Höhe. Hier ein paar Infos dazu.

Es war ein sehr schöner Moment. Herrlich gute Luft, das plätschern vom Bach und kein Mensch weit und breit. Perfekt 🙂

Infotafel vor Ort

Die Steinerne Rinne bei Rohrbach – gute 60-80m lang

Beeindruckendes Naturdenkmal im Wald

Der Einlauf des Baches in die Rinne

 

Ich muss sagen, ich war schwer beeindruckt. Ich war schon mal da – aber es ist immer wieder ein Phänomen für mich. Solche Sachen gehören unbedingt geschützt und bewahrt. Leider denken da nicht alle so wie ich….vor ein paar Jahren wurde nicht weit von dieser Stelle eine andere Rinne durch Vandalismus zerstört…..

Nach einer guten halben Stunde im Wald machte ich mich schön langsam auf den Heimweg. Ich hab mir einen kleinen Umweg über das Anlautertal gegönnt mit einem Schlenker über das Birktal bei Kipfenberg. Es wurde auch etwas kühler, da sich die Sonne leider immer mehr hinter den Wolken versteckt hat, aber diese Ausfahrt heute macht Lust auf mehr 😉

Im Anlautertal

Einer meiner Lieblingsorte – das Birktal bei Kipfenberg

Fazit: Wellness am Kochelsee kann kommen 🙂 Ernsthaft, es war richtig schön heute. Es war wenig los, der Roller läuft einwandfrei, das Wetter hat gepasst und die Gegend sowieso ! Entspannt vom Roller gestiegen und jetzt kann der Serien-Abend mit meiner Frau kommen 😉

Hier die Route bei Falk-Maps