Die 11 Apostel im Thalachtal

Tagestour am 01.05.2018: ca. 200 Kilometer

Blick über das schöne Thalachtal

Es gibt bei uns in der Gegend viele Sagen, Geschichten oder Mythen. In den Tälern rings um Ingolstadt stehen viele Burgen, Schlösser und Ruinen. Was ich aber vor Kurzem beim Stöbern im Internet festgestellt habe, gibt es in der näheren Umgebung auch viele Naturdenkmäler, insbesondere Bäume. Da wären zum Beispiel die berühmte Bavaria-Buche in Pondorf, die leider vor ein paar Jahren endgültig eingestürzt ist oder auch die 1000jährige Eiche bei Hexenagger, die mit ihrer imposanten Krone bis zu 30 Meter in den Himmel ragt. Stumme Zeugen einer Zeit, als Bäume und Felsen noch als heilige Dinge verehrt wurden und deshalb nicht zerstört oder gefällt wurden. Ein paar dieser “besonderen” Orte wollte ich mir heute mal genauer anschauen.

Früher Nachmittag im Altmühltal

Die Herausforderung liegt darin, diese Orte nicht nur zu suchen, sondern auch zu finden, da sie meist in der wilden Natur liegen und oft nur schlecht oder fast überhaupt nicht zu entdecken sind, aber der Reihe nach…..

Das erste Ziel

Eine Ausnahme bildet hier die “Limesbuche” bei Gelbelsee in der Nähe von Kipfenberg. Ihr Name leitet sich davon ab, dass ca. 50m südlich vom Baum der römische Limes entlang gelaufen ist. Die Buche wird auf ca. 350 – 500 Jahre geschätzt. Hier gibt´s einen sehr interessanten Zeitungsartikel zur “Limesbuche”

Gleich am Ziel

Beeindruckend ist leicht untertrieben….unten am Stamm eine Bank zum Größenvergleich

Aussicht auf das “Tala” – am Waldrand befand sich der Limes

Faszinierend war die absolute Stille….Fernab der Hektik. Auf der Bank gönnte ich mir ein paar Minuten Ruhe und Entspannung. In unmittelbarer Umgebung befindet (besser: befand) sich ein weiterer besonderer Baum, ein alter Feldahorn, der eine Wucherung hat, die einem Affenkopf ähneln soll, Im Jahr 2014 ist der sterbende Baum bei einem Sturm endgültig entwurzelt worden und umgestürzt. Auf Wunsch der Bevölkerung wurde der Stamm liegen gelassen, so dass hier der Kreislauf der Natur wirken kann.

Der umgestürzte Feldahorn

Von der Limesbuche aus führte mich mein Weg über Kipfenberg, Kindung und Greding Richtung Thalmässing im “Thalachtal”. Die Thalach ist ein ca. 20 Kilometer langer Fluß, der in der Nähe von Greding in die Schwarzach mündet. Ich war überrascht, wie ruhig es auf den Straßen war, schließlich war heute Feiertag und das Wetter war eigentlich auch ganz schön, aber vermutlich war ganz Bayern mit “Maibaum-Aufstellen” beschäftigt. Mir soll es recht sein….

Kurz vor Kipfenberg

Blick über das Altmühltal hoch über Kinding

Ich hatte Gesellschaft….

Das schöne “Thalachtal”

In der Nähe von Thalmässing soll sich eine Formation von Bäumen befinden, die den Namen “11 Apostel” trägt. Man muss jetzt nicht direkt Theologie studiert haben um zu bemerken, dass Jesus damals 12 Jünger (Apostel) hatte – die Auflösung ist ziemlich einfach: Es handelt sich um 11 Bäume – der 12 Apostel ist Judas. Weil Judas ja bekannterweise Jesus verraten hat, steht ca. 100m entfernt ein 12. Baum, der sogenannte “Judasbaum”. In der Theorie alles ganz toll, aber um zu den 11 Aposteln zu kommen, geht´s erstmal zu Fuss durch den Wald. Im Gegensatz zur Limesbuche muss man sich den Weg auch selbst suchen, kein Schild und kein Wegweiser zum Ziel….aber ich hab´s dann doch gefunden, war aber gut 15 Minuten unterwegs.

Auf der Suche nach den 11 Aposteln

Die 11 Apostel – 10 Linden ringförmig um eine Linde in der Mitte

Auch hier wieder absolute Stille…ich hab mich dann sogar mal kurz auf die Bank in der Mitte gelegt und nach oben in die Kronen der Bäume geschaut. Es war ein besonderer Moment, Es war still, leichter Wind, Rascheln in den Blättern….man kann sich durchaus vorstellen, dass solche Orte früher als heilig oder göttlich gesehen wurden. Auf dem Foto kann man den fast perfekten Kreis nur schlecht erkennen, aber es war klar, dass diese Formation nicht natürlich gewachsen ist, da wurde schon “göttlich” nachgeholfen…Leider habe ich den 12. Apostel nicht gefunden, aber der ist ja auch so schon gestraft genug 😉

Als ich aber nach einer Viertelstunde immer noch keinen Heiligenschein bekommen hatte, ging ich wieder zurück zu meinem Roller. Am Waldrand hatte es gleich 5° mehr. Es war eh ein sehr schöner Tag, es hatte 15° – 20° und ein leichtes Lüftchen war mein ständiger Begleiter. Von der Jahreszeit bin ich sowieso ein großer Fan, alles blüht und die Felder und Wiesen schimmern in grün und in einem satten gelb der Butterblumen und der Rapsblüten. Es ist die Zeit, in der aus dem Löwenzahn die Pusteblumen werden 😉

Weil es grad so schön war, hab ich mir noch eine Tasse Kaffee am nahe gelegenen Rothsee gegönnt. Hier hat man dann schon gemerkt, dass Feiertag und schönes Wetter ist, wobei auf der Straße kaum was los war. Am Seezentrum am Südufer war mir zuviel Andrang, aber in Birkach war es richtig fein 🙂

Der schöne Rothsee am Südufer

Das “obligatorische” Foto Richtung Süden

Schön langsam wollte ich mich dann auch auf den Heimweg machen, meine Mädels waren heute unterwegs mit “Frauenkram”. Ich hatte noch eine Sache auf dem Zettel, die ich sehen wollte, eine sogenannte “Wunschbuche”, die sich in der Nähe von Kasing befindet. Über Kipfenberg, Schelldorf, Stammham und Kösching fuhr ich dann an besagte Stelle.

Der Weg ist das Ziel

Das ruhige Birktal bei Kipfenberg

Kasing ist eine kleine Ortschaft am Rande des Altmühltals. Etwas außerhalb liegt die “Wachholderweide”, ein Landschaftsschutzgebiet. Dementsprechend wartete auch hier ein kleiner Fußmarsch auf mich. Hier hatte ich mich mit Infos und einem kleinen Lageplan versorgt, aber ich hatte echt Probleme, den richtigen Baum zu finden. Ich muss auch zugeben, ich hab ihn nicht gefunden…ein paar Tage später habe ich mich nochmal auf den Weg gemacht und hab den imposanten Baum dann auch entdeckt. Beeindruckend, fernab der Hektik. Wobei, die Wachholderweide ist auch ohne die Wunschbuche ein wunderschöner, ruhiger Ort, an dem man auch sehr gut mal “nichtstun” kann 😉

Ein sehr beeindruckender Ort – Die Wunschbuche in Kasing

Ich habe eigentlich nur einen Wunsch…aber der bleibt mein Geheimnis

 

Die Wachholderweider bei Kasing

Zufällig fuhren meine Mädels und ich zeitgleich daheim in den Hof. Es war eine wunderschöne Ausfahrt mit wunderschönen Momenten an zum Teil unwirklich anmutenden Orten. Man sollte vielmehr nach rechts und links im Leben schauen, es gibt immer wieder neue und faszinierende Dinge zu entdecken, wie zum Beispiel folgendes Schild:

Große Worte gelassen ausgesprochen

 

Hier die Route