Die schöne Harburg

Tagestour am 24.04.2018: ca. 200 Kilometer

Die schöne Harburg im Donau Ries

Seit gestern habe ich einen Tourenplaner – einen Menschen, der mir sagt, wo ich hinfahren soll. Was soll ich sagen ? Er macht einen Wahnsinnsjob !!!! Aber mal im Ernst: Ein Freund und Kollege von mir ist begeisteter Radfahrer – also mit Rennrad und so und auch gerne mal 200, 300 oder 400 Kilometer am Stück. Was ich mit dem Roller fahre, macht er auch gerne mal mit dem Radl…Warum denn nicht ? 😉

Da unsere Ansichten von schönen Landschaften ziemlich deckungsgleich sind, schicken wir uns auch gerne mal Fotos von unterwegs, so auch vor ein paar Tagen. Ich war total begeistert, was ich da auf meinem Handy gesehen habe. Auf meine Nachfrage, wo er denn untewegs sei, kam die Antwort: “Im Gailachtal”. Mein erster Gedanke: “Da muss ich auch mal hin”. Als wir dann in der Arbeit in der Pause zusammen gesessen sind, hat er mir noch den Tipp “Usseltal” gegeben. Hab ich noch nie gehört vorher……Also dann los 🙂

Morgens um 9 in Bayern

Da ich eh ein Riesenfan von ursprünglichen Landschaften und kleinen Tälern bin, hab ich mich dafür entschieden, erst das Usseltal zu entdecken und dann beim Heimfahren einen Schlenker über das Gailachtal zu fahren und mit kleinen Änderungen hab ich das auch fast so durchgezogen.

Die Ussel ist ein Fluss von etwa 30 Kilometern Länge durch die südliche Frankenalb. Die Quelle ist im Donau-Ries bei Monheim und der Fluss mündet dann in der Nähe von Rennertshofen in die Donau. Da ich aus Ingolstadt komme, fahre ich sozusagen gegen die Strömung.

Die Donau bei Bergheim kurz vor Neuburg

Schloß Grünau bei Neuburg

Das flämische Barockschloß in Neuburg

Bei schönstem Tourenwetter (15° und leichter Wind) fuhr ich dann los. Ich hatte frei und wollte gegen 15 Uhr wieder daheim sein, da ich mit der besten Ehefrau der Welt, nämlich Meiner, noch etwas unternehmen wollte. Ab und zu war auch ein dunkles Wölkchen zu sehen, aber es wurde eine traumhafte Ausfahrt. Über die Stationen Neuburg/Donau (eine wunderschöne Stadt mit einem wahnsinnig schönen Barock-Schloß) und Rennertshofen bog ich dann auch schon in das Usseltal ein.

Neuburg von Westen aus gesehen

Wunderschöne Kapelle am Wegesrand

Was ich auf den nächsten 20 Kilometern erleben durfte, ist in unserer Gegend schwer zu toppen. Wer meine Berichte kennt, weiß sicherlich, dass ich es mag, wenn ein kleiner Fluss den Weg durch ein Tal vorgibt. Im Usseltal scheint es, als ob die Zeit stehen geblieben ist. Der Fluss windet sich in unzähligen Windungen und Biegungen in seinem natürlichen Bett durch ein schmales grünes Tal mit satten Wiesen, die strahlend gelb leuchten, weil der Löwenzahn blüht. Außerdem ist im Moment auch die Zeit, in der die Rapsfelder ihre volle gelbe Pracht entfalten. Dazu eine verträumte Landschaft und der dicke Mann ist selig 😉

Die Ussel in Truggenhofen

Einfach nur traumhaft

Alles leuchtet gelb

Blick vom Kienberg auf das Usseltal – unten verläuft meine Straße

Abseits der großen Hauptverkehrsadern verbergen sich richtige kleine Schätze, diesen Flecken Erde würde ich dazuzählen ! Bei Daiting hab ich mich dann von der Ussel verabschiedet, aber wir werden uns sicher wiedersehen 😉

Hoch über dem westlichsten Oberbayern – kurz danach beginnt das Donau-Ries

Mittlerweile bin ich im Regierungsbezirk “Schwaben” angekommen, wenn ich das Gailachtal noch besuchen möchte, würde es Richtung Norden gehen, aber die Gegend war so schön, dass ich noch etwas weitergefahren bin. Irgendwann bin ich dann mal rechts rangefahren, Handy raus und mal nachschauen, wo ich eigentlich gerade bin……keine Ahnung, war in dem Moment auch nicht so wichtig. Ganz vage geplant war die Fahrt nach Wemding und dann eben ins Gailachtal, bis ich in der Ferne eine auch aus dieser Entfernung sehr imposante Burg gesehen habe: Die Harburg ! Und was hat normalerweise jede Burg ? Richtig – Eine Burgschenke 🙂

Die Harburg hoch über dem gleichnamigen Städtchen

Ging eh auf Mittag zu – Passt. Als rüber über die Wörnitz und durch den historischen Ortskern hoch zur Burg. Für den Innenbereich muss man 3 Euro Eintritt bezahlen, aber das war es wert! Aber bevor ich mir die Burg angeschaut habe – erstmal Wichtigeres:

Ist das auch historisch ?

Gestärkt und ausgeruht hab ich mich dann voller Tatendrang….ok, ich war schon etwas träge und voll, aber dann hab ich mir mal die Burg angeschaut – Hier ein paar Infos zur Harburg

Burgtor

Schloß-Brunnen

Innenhof

Blick von der Burg aus auf Harburg mit seiner markanten steinernen Brücke

Ich ließ es mir auch nicht nehmen, von der Burg aus nicht direkt zum Parkplatz zu gehen, sondern man kann auf einem kleinen Fussweg, der um die Burg herumführt, sich gepflegt auch noch die Beine vertreten…

Sehr sehr imposant….

Die innere Burgmauer

Nach diesem sehr schönen Moment der historischen Einkehr…..das hört sich so richtig geschwollen an, merke ich gerade….kurz gesagt, der Ausflug auf die Harburg hat sich gelohnt. Kulinarisch wie Kulturell 😉

Entlang an der Romantischen Straße…

Jetzt wollte ich wirklich über Wemding die Heimfahrt antreten, aber leider war die Straße zwischen Harburg und Wemding wegen Bauarbeiten gesperrt und so fuhr ich quer über die Dörfer wieder aus dem Donau-Ries heraus. Harburg liegt am östlichen Rand des sogenannten “Nördlinger Ries”. Die Landschaft entstand durch einen Meteoriteneinschlag vor ca. 15 Millionen Jahren und bildet einen kreisrunden Krater mit einem Durchmesser von ca. 20 Kilometer (lt. Wikipedia).  Mehr Infos gibt´s hier

Als ich dann über Rögling in das Gailachtal eingebogen bin, war ich auch wieder total fasziniert. Wie sich Landschaften innerhalb von wenigen Kilometern komplett verändern können…

Über eine endlos scheinende Abfahrt erreichte ich die kleine Ortschaft Mühlheim. Hier gibt es das Kuriosum, dass der Fluss für ein paar Kilometer einfach versickert und in Mühlheim wieder zum Vorschein kommt. Hier ein paar Infos zum Gailachtal

Blick in das Gailachtal

Mühlheim – hier kommt das Wasser wieder zum Vorschein

Blick auf Mörnsheim – vorne der Flußlauf

Der Unterschied zwischen Usseltal und Gailachtal liegt meiner Meinung nach darin, dass das Gailachtal nahe am Altmühlal liegt und touristisch teilweise erschlossen ist. Landschaftlich sind beide Täler ein absoluter Traum. Das Gailachtal ist bedingt durch den Fels im Berg etwas karger und rauher, aber im Tal selber die gleiche unberührt wirkende Natur. Mein Kollege hat echt was gut bei mir für diese Tipps.

 

In Mörnsheim konnte ich es mir nicht verkneifen zur Burg hoch zu fahren, wobei ich schon Angst hatte, nicht hoch zu kommen – Gefühlt 30% Steigung.

Burg Mörnsheim

Blick über Mörnsheim und das untere Gailachtal

Nachdem ich dann zwischen Solnhofen und Dollnstein das Tal verlassen habe, konnte ich der Versuchung nicht widerstehen, einen kleinen Schlenker zu den “12 Aposteln”, einer in der Gegend sehr berühmten Felsformation, zu machen. Lag sozusagen gleich ums Eck…

Die 12 Apostel bei Solnhofen

Die letzten Kilometer Richtung Heimat verliefen dann sehr unspektakulär. Ich fuhr über das Urdonautal Ingolstadt entgegen, als ich mitten in der Pampa Folgendes sah:

Das ist der westlichste Zipfel von Ingolstadt – Stadtgrenze vor Pettenhofen

Von diesem Schild bis zu mir nach Hause sind es dann doch noch 15 Kilometer quer durch die Stadt, da ich im östlichsten Stadtteil wohne. Ich fand nur das Schild so klasse mitten im Nirgendwo 😉

Fazit: Die Tour war absolut großartig. Es ist mittlerweile schwer geworden, im Umkreis von 30 – 40 Kilometer Neues zu entdecken, aber Dank der Empfehlung meines neuen persönlichen Tourenplaners bin ich durch 2 wunderschöne Täler gefahren, von denen ich Eines gar nicht kannte (Usseltal) und Eines nur teilweise aus dem Auto (Gailachtal), hab eine tolle Sehenswürdigkeit (die Harburg) angeschaut und einfach nur eine tolle Zeit gehabt !!!!

Hier die Route zur Harburg über das Usseltal

Hier die Route von der Harburg nach Hause über das Gailachtal