Durch das Donau-Ries

Tagestour am 09.06.2019: ca. 200 Kilometer

Das Nördlinger Ries

Wir haben Pfingsten, mein Roller ist vollgetankt und die Sonne scheint…. 😉 Die beste Ehefrau der Welt (nämlich Meine) hat mich für heute beurlaubt 🙂 und ist zu ihren Eltern gefahren. Ich wollte einfach nur an die frische Luft und Richtung Westen (grob über den Daumen gepeilt). Wenn man also von Ingolstadt mit dem Lineal eine waagrechte Linie nach links ziehen würde, würde man in der Nähe von Nördlingen rauskommen. In der Gegend liegt auch das Nördlinger Ries, eine kreisrunde Senke, die vor Millionen von Jahren durch einen Asteroideneinschlag entstanden ist und ca. 25 Kilometer im Durchmesser hat.

Morgens um 10 in Bayern – Kaiserwetter

Auf dem Weg dorthin kommt man durch die wunderschöne Barockstadt Neuburg an der Donau, immer eine Reise wert. Schon von weitem sieht man das wunderschöne Schloß hoch über der Stadt thronen. Tipp von mir: Alle 2 Jahre (immer ungerade – also auch 2019) findet das Neuburger Schloßfest statt – ein wunderschönes Fest in historischem Ambiente ! Heute bin ich mal nicht den kürzestesten Weg nach ND gefahren, sondern einen kleinen Schlenker, so dass ich von Norden kommend einen traumhaften Blick auf Neuburg und sein Schloß hatte.

Neuburg an der Donau

Mit seinem prunkvollen Barock-Schloß

Es passte heute einfach alles – Es war schönstes Wetter, wenig los auf den Straßen und auch die Strecke war TOPP ! Von Neuburg aus fuhr ich für kurze Zeit an der Donau entlang bis Rennertshofen. Jetzt musste ich mich entscheiden: Weiter an der Donau entlang Richtung Donauwörth, direkt über Monheim und Wemding nach Nördlingen oder über das Usseltal durch eins der schönsten Täler in der näheren Umgebung ? Also auf ins Usseltal 😉

Im Usseltal – Blick auf Trugenhofen

Was mich an dem Tal so fasziniert ? Ich kann es gar nicht so genau definieren. Es wirkt alles so unberührt, nicht spektakulär. Hier ist die Welt noch in Ordnung, etwas Ruhe und Natur verteilt auf 30 Kilometern.

Die schöne Ussel

„Ungezähmt – die reissenden Fluten“ 🙂

Jetzt kommen wir zu dem Teil, warum die Tour „Durch das Donau-Ries“ und nicht „Durch das Nördlinger Ries“ heißt. Eigentlich wird das Gebiet in und um den Einschlagskrater als „Nördlinger Ries“ bezeichnet, aber das Gebiet ist nicht so 1000%ig genau festgelegt. Darum beziehe ich mich auf den Landkreis „Donau-Ries“, den ich kurz darauf auch erreichte habe. „DON“ ist der nördlichste Landkreis im Regierungsbezirk Schwaben und grenzt im Westen an das Bundesland Baden-Württemberg.

Im Landkreis Donau-Ries (Kennzeichen DON)

Mein Plan war, über Monheim und Wemding nach Nördlingen zu fahren, was auch fast geklappt hat. Nach Wemding ist eine Baustelle und auf Umleitung hatte ich so überhaupt keine Lust, also bog ich ca. 10 Kilometer vor Nördlingen links ab Richtung Donauwörth. Nördlingen muss heute auf mich verzichten.

Oberes Tor in Monheim

Historisches Stadttor Monheim

Stadttor Wemding

Auf dem Weg nach Wemding

Historischer Marktplatz in Wemding

Die beeindruckende Wallfahrts-Basilika „Maria Brünnlein“ bei Wemding

Um zu sehen, wie spektakulär die Einfahrt ins Ries ist, hier nochmal ein Foto von meiner Sommer-Tour 2018, kurz vor Wemding.

Unfassbare Aussicht. Der Krater liegt flach wie Pfannkuchen da (von 2018)

Nach kurzer Zeit fiel mir eine markante Erhebung auf (kein Wunder, sonst ist ja alles platt wie eine Flunder…). In der Nähe der Ortschaft Heroldingen erhebt sich der „Rollenberg“ fast 100m in die Höhe. Hier wurden steinzeitliche und prähistorische sehr interessante Funde gemacht. Bei Untersuchungen wurden auch Grundrisse von Behausungen und eine „Holz-Erde-Mauer (lt. Wikipedia) gefunden. Also nicht nur optisch sehr interessant. Hier der Wikipedia-Eintrag

Der Rollenberg bei Heroldingen

Und der Blick vom Rollenberg (mit Nördlingen am Horizont)

Hier der Rollenberg rechts im Bild

Die Straße könnte ungefähr aus der gleichen Zeit sein…. 🙂

Wieder was gelernt 😉 Über das Dörfchen Möggingen (hier führte auch oben gezeigte „Straße“ raus) fuhr ich 2 Kehren hoch und hatte auf einmal einen traumhaften abschließenden Blick auf das Nördlinger Ries – Traumhaft. Überhaupt die Landschaft im Ries: Wunderschön, grün und ruhig. Unterwegs hab ich sogar zum ersten mal seit langer Zeit wieder einen Fuchs laufen sehen.

Das Panorama ist einfach nur der Hammer – gefühlt 500 Kilometer Sicht !

Jetzt jagte ein Highlight das nächste, ich kam an die Harburg. Hier hat mich letztes Jahr schon mal eine Tour hingeführt, aber trotzdem wieder sehr beeindruckend, da ich dieses mal vom Norden gekommen bin und quasi zur Burg „runter“ gefahren bin. Der Blick auf die Burg –> Hammer. Ich geh jetzt mal nicht näher auf die Harburg ein – hier Infos dazu

Die berühmte Harburg im Donau-Ries-Kreis – vom „Hühnerberg“ aus gesehen

Wer noch nicht hier war….anschauen

Durch das schöne gleichnamige Städtchen ging´s dann auf die B25 – 10 langweilige Kilometer an der Wörnitz entlang (zum Teil vierspurig und kaum Autos) Richtung Donauwörth. Donauwörth ist eine wunderschöne Stadt an der….na ????…..Richtig, an der Donau. Immer einen Ausflug wert mit netten Cafés und Lokalen in der Innenstadt. Heute bin ich aber nur durchgefahren. Ich hatte schön langsam Hunger und wollte irgendwo außerhalb nach einem Biergarten schauen. Hier ein paar Impressionen aus Donauwörth:

Blick auf die Insel Ried in Donauwörth (linke Seite)

Blick von der Donaubrücke auf den historischen Stadtkern

Von der Brücke aus machte ich mich dann auf den Weg Richtung Heimat…an der Donau entlang. Ca. 5 Kilometer außerhalb der Stadt an der „Romantischen Straße“ Richtung Rennertshofen fand ich dann einen wunderschönen kleinen Biergarten im Schatten (denn es war richtig warm geworden) – den Biergarten „Gumpp“. Ist zwar ein Biergarten mit Selbstbedienung, aber das hat mich überhaupt nicht gestört. Auf schönen Holzbänken unter Bäumen ließ ich es mir gut gehen 😉 Der Biergarten war gut gefüllt, aber trotzdem total ruhig – hier komm ich wieder her, wenn ich in der Nähe bin.

Das Leben ist schön….

Frisch gestärkt machte ich mich auf die letzte Etappe der Reise. Ich verlies die Donau wieder und fuhr wieder in das Usseltal. Warum ? Weil ich´s kann 😉 Im Ernst, die Donau sehe ich jeden Tag, auch wenn sie bei uns nicht so schön gebettet ist wie hier in den Donau-Auen.

Schloß Leitheim

Ich bin ein Mann und finde das lustig 😉

Blick auf die Donau-Auen bei Marxheim

Eine gute Stunde später erreichte ich das Stadtgebiet von Ingolstadt. Zum nächsten Bild habe ich eine Frage: Was ist das Besondere an der Pettenhofener Kirche ? Tipp: Es geht um Geografie…keine Idee ?

Die Kirche von Pettenhofen

Ok, dann hier die Lösung: Die Kirche von Pettenhofen, dem westlichsten Stadtteil von Ingolstadt, ist der höchstgelegenste Punkt im Stadtgebiet von Ingolstadt. Das heißt also: Es kann nur noch bergab gehen….also geografisch gesehen. Abgerundet von diesem kleinen Ausflug in die Welt der Nerds wurde ich von meiner Frau gegen halb 5 daheim im Garten erwartet und ein wunderschöner Tag nahm ein wunderschönes Ende.

Fazit kurz und knapp: Traumhaft für Körper und Seele ! Wunderschöne Strecke, die ich so nochmal fahren möchte !

Hier die Route

Ich hab auch nach längerer Zeit mal wieder ein Fundstück der Tour: „Gehe nicht wohin der Weg dich führen mag Sondern dorthin wo kein Weg ist und hinterlasse ein Spur“ – Große Worte gelassen ausgesprochen….

Gesehen in Wemding