Scoopy on Tour

Februar am Rothsee

Tagestour am 26.02.2017: ca. 150 Kilometer

Am winterlichen Rothsee – Kein Mensch und Kein Schiff weit und breit

Es ist Ende Februar, die ersten Sonnenstrahlen kämpfen sich durch die kalte Luft. Gestern hatten wir herrlichstes Frühlingswetter, das ich mit einem Kurztrip an den Ammersee (per Auto) genutzt habe. Heute, nach dem Frühstück, hörte ich plötzlich eine Stimme. Sie kam aus der Garage und wurde immer lauter. Sie sagte immer wieder: „Lass uns fahren, lass uns fahren….“. Ich ging der Sache auf den Grund. Keine Ahnung was das sein könnte……bis sich der Scoopy wie ein wilder Mustang aufbäumte und mich anbrüllte: „LASS UNS FAHREN !!!!!“ – Ich konnte also gar nichts dafür – ich wurde von der Maschine dazu gezwungen !!!! Jetzt muss ich nur mal im Medizinschrank schauen, ob ich die richtigen Tabletten genommen habe…… 🙂

Gut, das Wetter war jetzt nicht unbedingt supertoll, die Sonne war ab und zu mal da, die Temperaturen pendelten sich so bei 4 – 7 Grad ein (zapfig, wie man in Bayern sagen würde), aber ich wollte den Scoopy trotzdem mal bei einer kleinen Ausfahrt auf Herz und Nieren prüfen. Im Winter wurden beim Kundendienst ein paar Teile erneuert (Variogewichte, Antriebsriemen, Bremsseile und noch ein paar andere Sachen) und ich war schon gepannt, wie und ob sich das Fahrverhalten geändert hat. Da ich ans Wasser fahren wollte, habe ich mir den See ausgesucht, der Ingolstadt am nächsten lag – der Rothsee. Ich wußte, die Strecke ist absolut rollerfreundlich und um diese Jahreszeit war an den Seen in Bayern noch nicht so viel geboten.

Hier werden in Ingolstadt die schönen Autos gebaut

Bei bewölktem Himmel und dick verpackt fuhr ich also los. Am Audi-Werk vorbei Richtung Kipfenberg – dabei kam ich durch das schöne Birktal. Hier hatte man das Gefühl, das die Zeit stehen geblieben ist. Mit dem Auto fährt man einfach achtlos daran vorbei oder kommt erst gar nicht zu den versteckten Plätzen und Schätzen unserer Gegend.

Jurafels im Birktal

Die ersten Anzeichen für´s Altmühltal

Im Birktal – eine gespenstische Ruhe

Ab Kipfenberg ging´s dann weniger spektakulär weiter, bin die Strecke ja schon des Öfteren gefahren. Heute wollte ich mir mal den Nordteil des Sees ansehen. Der Rothsee ist zweigeteilt in einen Nord- und einen Südteil. Direkt durch den See führt eine Straße. Das kommt daher, das der Rothsee erst in den 8er/90er Jahren des 20. Jahrhundert entstanden ist und die Straße vorher schon an der Stelle war. Der Rothsee ist eigentlich ein Stausee und gehört zum Fränkischen Seenland. Hier der Wikipedia-Eintrag zum Rothsee.

Neben einem reichhaltigen Freizeitangebot sind aber auch einige Bereiche des Sees für den Vogel- und Artenschutz reserviert, so auch im Norden. Das Seezentrum Heuberg und das Seeufer bei Birkach kenne ich mittlerweile schon ziemlich gut, aber heute wollte ich mir mal das nördlichste Ufer anschauen. Gelegen beim Örtchen Polsdorf. Leider kommt man nicht ganz ans Ufer und auf einen Spaziergang hatte ich mit meiner Winterkluft dann auch nicht. Wird was für den Sommer 😉

Am Nordufer vom Rothsee

Näher kam ich nicht ran 😉

Vogelschutzgebiet

Also fuhr ich einmal um den Nordteil des Sees herum und hielt Ausschau, ob denn vielleicht schon irgendein Kiosk auf hat, so ein Kaffee wäre schön. Leider war nicht viel los am See, denn in den umliegenden Gemeinden waren viele Faschingumzüge am Nachmittag angesagt und das Thermometer hielt sich dezent zurück mit Hitzewallungen 😉 Die Lokale waren geöffnet, aber draußen saß kein Mensch und drinnen war´s mir mit den Klamotten zu warm. War aber auch nicht schlimm, dann machte ich mich halt auf den Heimweg. Leider musste ich mich zusammen mit dem Rothsee dann auch von der Sonne verabschieden. Wir waren geschiedene Leute. Dementsprechend wurde es mir nicht nur um´s Herz kalt.

Am Seezentrum war´s mit 10° am wärmsten, aber auch hier nichts los

Teile des Rothsees waren noch von einer dünnen Eisschicht überzogen

War aber auch nicht weiter schlimm, für mich war heute wichtig, dass der Roller lief. Das Wechseln der Variogewichte hat ein bisschen was beim Abzug verändert, aber zum Vorteil des Rollers. Kurz vor Ingolstadt schaute auch eine gute alte Freundin wieder vorbei….die Sonne kam wieder durch 😉

Freie Natur – zwischen Hilpoltstein und Greding

Nach eine schönen, aber kalten Ausfahrt fuhr ich zufrieden meinen Roller wieder in die Garage, und ich meine beim Schließen der Garagentür ein leises Dankeschön gehört zu haben…. 🙂 Die neue Rollersaison kann kommen – 5 – 10 Grad mehr sollten es aber noch werden – teilweise war´s schon sehr, sehr zapfig. Ich freu mich aber schon auf neue Touren und auch für 2017 gilt:

Der Weg ist das Ziel – alles kann und nichts muss !

Hier die Route bei Google Maps