Festung Wülzburg bei Weißenburg

Tagestour am 14.04.2018: ca. 200 Kilometer

Vor dem Prunktor der Festung Wülzburg

Es gibt sie noch, diese Tage, an denen von Anfang an klar ist, wie sie verlaufen. Heute war so ein Tag….ein richtig schöner Tag einfach. Sonnenschein, ca. 20°. Kennt ihr den Song “Bye Bye” von Cro ? Der beginnt mit der Textzeile “Heute war ein unglaublich schöner Tag”, daran musste ich des Öfteren denken während der Fahrt. Ich hatte kein Ziel, wollte einfach nur raus. Die beste Ehefrau der Welt, nämlich meine, hat mir “viel Spaß” gewünscht und dann war ich auch schon weg….

Ich fuhr also Richtung Norden…..könnte nicht mal sagen, warum und wieso – isso ! Raus aus dem Donautal, rein ins Schambachtal – Berg rauf, Berg runter 😉

Jurastein im Schambachtal

Über das Schambachtal kann ich nur sagen, dass diese 5 Kilometer einfach nur toll sind. 18% rauf und 18% runter durch den Wald ohne Autos, ein Träumchen. Jetzt ging es für ca. 5 Kilometer an der Altmühl entlang, bis ich über Gungolding und Hirnstetten (das heißt so) ins “Anlautertal” einfuhr. Ihr wisst schon: Berg rauf – Berg runter….

Die schöne Wehrkirche von Gungolding

Kann mir einer sagen was das ist? Kann man da von “Wald” sprechen?

Der Weg ist das Ziel…..

Unterwegs kam ich an einer Tafel vorbei. Man muss wissen, dass im Altmühltal und Umgebung der römische Limes verlaufen ist. Also angehalten und gekuckt. Laut Tafel sollte das ein römischer Wachturm, bzw dessen Überreste sein – aber seht selbst….

Eindeutig ein römischer Wachturm !

Ehrlicherweise muss ich sagen, dass man auf dem Foto die viereckige Form der kleinen Hügel nicht richtig sieht, aber ich habe bestimmt 10 Minuten gebraucht, um irgendwas zu sehen. Nach dieser kurzen geschichtlichen Exkursion kam ich auch schon in das schöne Dörfchen Altdorf, wo ich normalerweise immer links abbiege Richtung Titting, weil die Strecke so schön ist, aber heute nicht, heute bin ich geradeaus im Anlautertal weitergefahren…..hier von einer glücklichen Fügung zu sprechen, ist noch untertrieben….

Das Flüsschen Anlauter, das dem Tal den Namen gibt

Kirche St. Nikolaus in Altdorf

Hier schien die Zeit stehen geblieben zu sein. Durch den strahlenden Sonnenschein wurde dieser perfekte Moment abgerundet. Die Anlauter windet sich durch ein schmales, grünes Tal. Ich musste teilweise unwillkürlich ans Allgäu oder Südtirol denken…..da war er wieder, der Cro – “Es war ein unglaublich schöner Tag…”. Ich fuhr durch kleine, aufgeräumte Dörfer. Links und rechts der Straße der kleine Fluss und mittendrin der dicke Mann mit dem Roller…. 🙂

Die Anlauter im Sonnenschein

Wie im Urlaub…

Der fließende Übergang in die Juralandschaft bei Enkering

Stille und Idylle pur

In Enkering angekommen, war ich wirklich am Überlegen, einfach nur umzudrehen und nochmal durch diese Bilderbuchlandschaft zu fahren…..wir reden hier von ca. 10 Kilometern, die ich noch nie wissentlich gefahren bin, ob mit dem Roller oder mit dem Auto, aber das wird sich zukünftig ändern…..dieses Tal ist vielleich 30 Kilometer von Ingolstadt entfernt. Völlig unter dem Radar durchgeflogen bei mir bis jetzt. Wie gesagt, ich war in Enkering, über das eine Burgruine thront. Leider habe ich keinen Weg gefunden, wo ich halbwegs vernünftig hingekommen wäre. Weil ich schon mal unterwegs nach oben war: Berg rauf – Berg runter und ich war in Greding. Hier fuhr ich etwas an der Schwarzach entlang, bis zum Rothsee wären es ca. 25 Kilometer, aber nein, heute nicht. Ich bog links ab Richtung Thalmässing. Nette, aber ziemlich unspektakuläre Strecke, auf der ich mir überlegte, was ich jetzt noch anstellen könnte. Falls ich an einen See möchte, kamen nur noch der Brombachsee und/oder der Altmühlsee in Frage, da ich mittlerweile im Fränkischen Seenland unterwegs war.

Bergluft ?

Ausblick vom Dörfchen Schloßberg

Egal, was ich noch vor habe, vorher wird was gegessen. Kurz orientiert wo ich eigentlich bin – Weißenburg war noch 10 Kilometer weg. Da kam mir die Erleuchtung: Ich hatte keine Ahnung, wo ich hin sollte 🙂 Also fuhr ich weiter. Kurz vor Weißenburg habe ich den Wegweiser “Festung Wülzburg” gelesen, das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Bevor ich mir jetzt die Finger wund tippe: Informationen zur Wülzburg.

Wunderbarer Blick über das südliche Franken

Oben angekommen, die Zufahrtsstraße ist etwas abenteuerlich und seeeehr eng, sofort zum Burgwirt. Bei einem Radler und Brezenknödel mit Rahmschwammerl reifte der Gedanke, einfach nicht mehr weiter zu fahren. Die Wülzburg war somit das Tagesziel und das war auch gut so 😉

Eingangstor der Wülzburg

Das wichtigste Gebäude – der Burgwirt

Alles was man braucht 😉

Die Wülzburg liegt auf einem Berg hoch über Weißenburg – wenn man vom Brombachsee her kommt, ist die Festung schon von weitem zu sehen. Ich war schon mal hier, aber damals nur zum Essen. Heute habe ich mir die Zeit genommen, einmal um die Festung herzum zu laufen. Wir sprechen hier von einem Kilometer, nur zum Verständnis, welche Dimensionen dieses Gemäuer hat.

Der Innenhof

Äußere Mauer mit Graben, rechts Spaziergänger zum Größenvergleich

Wie gesagt, die Wülzburg liegt hoch über Weißenburg – aber an diesen grandiosen Ausblick kann man sich nicht gewöhnen oder satt sehen…..

Unfassbarer Blick über Weißenburg und das südwestliche Frankenland

Gleiche Position, nur etwas nach Norden geschaut

Völlig geflasht vom Ausblick, vom Essen und dem Universum an sich bin ich bestimmt eine halbe Stunde im Gras gesessen und hab darüber nachgedacht, ob jetzt dieser Ausblick die Fahrt durch das Anlautertal übertroffen hat und bin zu dem Schluß gekommen, dass das keine Rolle spielt 😉

Ich musste mich zum Heimfahren fast schon zwingen, aber schön langsam freute ich mich auf meine Frau und meine Tochter. Ich nahm mit kleinen Ausnahmen die gleiche Route wie bei der Hinfahrt, aber die Ausnahme hat mich zum Lachen gebracht.

Ist das schon eine Hochalpenstraße ?

Letzter Blick auf Franken

“Es war ein unglaublich schöner Tag…..”, Berge rauf, Berge runter – raus aus dem Tal, rein in das Tal – Sonnenschein und eine überragende Strecke, besser geht´s eigentlich nicht. Vor allem, als ich daheim festgestellt habe, dass mich meine Frau fahren hat lassen, obwohl Gartenarbeit ohne Ende angelegen hat, die sie mir verschwiegen hat…..zumindest beim Rindenmulch hab ich ihr dann abends geholfen 😉

“Auf dem Weg liegt was ich such'” (Mark Forster)

Route Hinfahrt

Route Rückfahrt