Scoopy on Tour

November am Schliersee

Tagestour am 11.11.2015: ca. 350 Kilometer

Der Scoopy am schönen Schliersee

Wir haben Sankt Martin, also den 11. November und wir haben 18° ! Ich weiß, ich weiß – Ich hab´s nicht vergessen ! Bei meiner letzten Tour am 05. Oktober hab ich gesagt, dass das Tourenjahr 2015 beendet ist. Aber habt ihr schon mal aus dem Fenster geschaut ? Zwischen 15° und 20° im November ? Geht´s noch ? HALLO – Wir sprechen hier vom Monat NOVEMBER !!!! Und dann auch noch 2 Tage schlecht beieinander gewesen mit Magen-Darm-Problemen.  Mir fiel die Decke auf den Kopf – gibt´s was Schlimmeres als einen Mann mit Wehwehchen ? 🙂

Frau in der Arbeit, Tochter für die Schule fertig gemacht und dann um halb 8 bei 10° rauf auf den Bock. 10° um halb 8 Uhr MORGENS am 11. November. Unglaublich.

Ein “Typischer” Novembermorgen

Der Schliersee – im Bayrischen Oberland gelegen, stand eigentlich erst für 2016 auf meinem Merkzettel. Aber warum warten ? Die Route stand – ich bin bei der Rückfahrt meiner Südtirol-Tour am Tegernsee entlang gefahren. Zwischen Tegernsee und Schliersee liegen nur ein paar Kilometer.

Über Freising führte mich der Weg bei mittlerweile „herbstlichen“ 13° Richtung Markt Schwaben, Anzing (dem Heimartort von Torwart-Legende Sepp Maier) und Aying. Hier gibt es einen wunderschönen Biergarten – mal vormerken für den Sommer. Nach Aying hab ich mich dazu entschieden, einen etwa 10 Kilometer längeren Weg zu nehmen. Mehr Strecke, aber schönere Landschaft und weniger Verkehr. Kurz vor Miesbach gab´s dann den ersten Blick auf die Berge – was soll ich sagen ? Einfach nur schön und beeindruckend. Die Berge beruhigen mich – Keine Ahnung, warum.

Kurz vor Miesbach mit Kaiserwetter im Gepäck

In Miesbach (ein wunderschönes kleines Städtchen) wurde ich beim Blick auf den Wegweiser sehr positiv überrascht. Ich wollte gegen 12 Uhr am Schliersee sein, damit ich in Ruhe was essen kann. Da ich um Dreiviertel 12 erst in Miesbach war, hatte ich mich schon damit abgefunden, nur einen Kaffee zu trinken und dann wieder Richtung Ingolstadt zu fahren. ABER was stand da: „Schliersee 8 Km“ 🙂

Und so erreichte ich mittags um 12 bei mittlerweile 18° das schöne Nordufer des Schliersees. An der Kurpromenade des gleichnamigen Städtchens Schliersee fand ich einen Platz in der Sonne vor dem Cafe „Milchhäusl“ mit einem traumhaften Blick auf den See.

Am Schliersee im November bei 18°

Im Hintergrund die Becherspitze und die Bodenschneid

Bei einer selbstgemachten Kartoffelsuppe (ich wollte meinen Magen noch nicht herausfordern) und einem Kaffee musste ich mir immer wieder mit Gewalt vor Augen führen, dass heute der 11. NOVEMBER ist. Unfassbar. Unabhängig davon muss man aber auch sagen, dass die Gegend rund um den Schliersee zu den schönsten Gegenden Bayerns gehört. Wie ich bei meiner Chiemsee-Tour schon festgestellt habe, muss Gott sehr gute Laune gehabt haben, als er Bayern erschaffen hat.

Mitten in meinem Sinnieren wurde ich durch ein Quaken und Watscheln aus meinen Tagträumen gerissen. 2 Schwäne sind einfach aus dem See rausgekommen, über die Straße gelaufen und wenn es die Kellnerin nicht bemerkt hätte, wären sie ins Lokal gelaufen 😉 Nachdem die Kellnerin den Beiden aber erklärt hat, dass man an Sankt Martin Gänse und keine Schwäne braucht, sind die Zwei unverrichteter Dinge wieder gegangen. Ein Bild für Götter 😉

Geflügelter Besuch

Wie ? Sankt-Martins-GANS ? Ohne uns

Schönen Tag noch – Wir gehen !

Nach dieser lustigen Episode machte ich mich schön langsam wieder auf den Heimweg und es gab für mich keinen Grund, nicht wieder die gleiche Route wie bei der Hinfahrt zu nehmen. Aber seht selbst:

Letzter Blick auf den Schliersee

Blick auf Miesbach

Das goldene Tal in der Nähe von Weyarn

Letzter Blick auf die Berge

Ab diesem Moment habe ich keine Bilder mehr gemacht, denn a) kam nichts mehr Schöneres und b) musste ich mich schön langsam sputen. Ich hatte total die Winterzeit vergessen, es war halb 3, ich hatte noch 120 Kilometer vor mir und gegen 17 Uhr wird´s dunkel. Es ist schon faszinierend, wenn man Zuschauen kann, wenn es dunkel wird. Mir kommt es so vor, dass die Sonne in der Winterzeit schneller (nicht früher – das ist schon klar, dass im Winter die Sonne früher verschwindet) untergeht.

Auf alle Fälle hat sich dieser Tag in jeglicher Hinsicht gelohnt. Wunderschönes Wetter, wunderschöne Gegend, wenig bis kein Verkehr auf der Straße – Ein Traum. Das sind so Tage, an die man gerne zurückdenkt und dann sagt: „Schee war´s !“ 🙂

Es wurden dann tatsächlich noch fast 350 Kilometer – da war ich schon überrascht. Ich habe bei Google Maps nur die einfache Strecke eingegeben, da ich auch haargenau den selben Weg nach Hause genommen habe.

FAZIT: Unverhofft kommt oft – Diese Tour war TOP !

Hier die Route