Scoopy on Tour

Quer durch Südtirol

31.07. – 02.08.2015: 900 Kilometer in 3 Tagen

Der berühmte Turm im Reschensee

Die Idee zu dieser Tour entstand um Pfingsten rum, als ich mit meiner Frau und meiner Tochter Urlaub in Südtirol, genauer Passeiertal machte. Ich war sofort begeistert von der Landschaft und der Natur. Von den Bergen ganz zu schweigen. Bis dahin hatte ich immer noch geschwankt zwischen Balaton und Gardasee. Aber nach diesem Urlaub stand für mich fest: Südtirol, evtl. Gardasee mit Zugabe. Vor 25 Jahren haben wir mit unserer Realschule unsere Abschlussfahrt in diese Gegend, genauer Neumarkt (Egna) gemacht. So richtig geplant hab ich eigentlich gar nichts. Ich hab auch diesmal keine Unterkünfte im Voraus gebucht. Ich wollte einfach ungebunden sein und nur für mich fahren können, ohne andauernd auf die Uhr oder die Karte schauen zu müssen. Eine grobe Route hatte ich auch im Kopf, die ich dann auch fast eingehalten habe (bis auf ein oder zwei Kleinigkeiten 😉 ). Als Termin hatte ich meinen ersten Urlaubstag ins Auge gefasst und dank meiner Frau hat das auch geklappt. Durch meine vielen Tagestouren und durch die Erfahrungen der Adria-Tour 2013 sowie der Tatsache meine ADAC-Karte dabei zu haben hielt sich meine Nervosität diesmal in Grenzen, im Gegenteil – die Vorfreude stieg ins Unermessliche. Hab mir auch sicherheitshalber eine neue Mopedjacke gegönnt (wasserdicht) und einen neuen Helm musste ich mir auch kaufen. Mein alter Helm hat keine ECE-Norm (In Italien wird da manchmal kontrolliert). Schließlich ging’s dann wirklich los.

Tag 1: Ingolstadt – Reschensee, ca 360 Km

Morgens um halb 6 in Ingolstadt

Kilometerstand 39752

Bei sportlichen 10° ging’s also dann los um halb 6 Uhr morgens. Als ungefähre Route hatte ich mir die Strecke entlang am Starnberger See und die Kesselberg-Straße zwischen Kochel- und Walchensee ausgekuckt. Nach Scharnitz wollte ich dann spontan entscheiden, wohin ich fahre, ob zuerst auf den Brenner oder auf den Reschen. Was mich unglaublich beruhigt, ist die Tatsache, dass mein Gefährt so unglaublich zuverlässig läuft. Und so lief die Fahrt bis zum Starnberger See ziemlich unspektakulär. Am See selber kamen bei schönstem Wetter langsam die Berge in Sicht.

Ein Freund, ein guter Freund – hab ich ja mal Schwein gehabt (vor Starnberg)

Hier wurden KZ-Häftlinge aus Dachau, die in die Berge getrieben wurden, von der US-Armee befreit (Auch kurz vor Starnberg)

„Ein ewig Rätsel will ich bleiben – mir und anderen“ – Ludwig II, Berg bei Starnberg

Am Starnberger See

Nachdem ich den Starnberger See in südöstlicher Richtung verlassen hatte, stand ich bald vor der Entscheidung: Jachenau oder Kesselbergstraße ? Und was soll ich sagen – I DID THE KESSELBERG! Die Kesselbergstraße verläuft zwischen Kochel- und Walchensee und ist vor allem bei Motorradfahrern sehr beliebt, was leider durch blanke Unvernunft mancher Raser dazu geführt hat, dass man in südliche Richtung nur von Montag – Freitag fahren darf. Samstag und Sonntag ist für Motorräder Richtung Österreich Schicht im Schacht. Auf alle Fälle hat mich das schon stolz gemacht, meinen Scoopy da rüber zu fahren 😉 Der Ausblick ist einfach unbeschreiblich und obwohl die Seen gefühlt nur 10m  voneinander entfernt sind, trennen sie allein schon farblich Welten. Am Walchensee habe ich dann eine Mittagspause eingelegt und natürlich stilecht einen Schweinsbraten verdrückt – Top! Tipp: Wer Zeit hat, sollte sich auch das Informationszentrum des Walchensee-Kraftwerks anschauen. Liegt von Norden kommend gleich am Anfang des Kesselbergs.

Der Schmid von Kochl

Der Kochlsee…..

….zwischendrin die Kesselbergstraße….

….und dann der Walchensee

Frisch gestärkt machte ich mich auf den Weg nach Österreich. Über die B2 nach Mittenwald. Hier verhalf mir der Zufall zu einer der schönsten Strecken, die ich bis jetzt gefahren bin. Weil soviel Verkehr auf der B2 war, fuhr ich nach Mittenwald rein und von hier über die L14 über die Leutasch-Klamm Richtung Inntal. Somit war auch die Entscheidung gefallen: Es ging Richtung Reschenpass. Das sind so die Momente, in denen alles so ist wie es sein sollte. Herrliches Wetter – Überragende Landschaft. Für so einen Flachlandtiroler wie mich überwältigend.

Kurz vor Mittenwald

Ein Traum, oder ?

Küss die Hand….

Scoopy goes to mountain

Blick auf Telfs und das westlich Inntal – Atemberaubend

Auch der Scoopy hat jetzt die 40 auf der Uhr 😉

Auf der Abfahrt nach Telfs hat mein Roller die 40.000 Km vollgemacht. Nachdem ich die Talfahrt geschafft habe – ging ziemlich lange bergab, fuhr ich ziemlich unspektakulär Richtung Westen. Richtung Öztal. Hier hab ich mal kurz gezuckt, als ich an die Ausfahrt Richtung Timmelsjoch gekommen bin, aber nur ganz kurz 🙂 Irgendwann wird die B171 dann zur KFZ-Straße und ich musste mit meinem Roller voll über die Dörfer fahren. Ich habe jede Sekunde genossen. Leider habe ich total das Fotografieren vergessen darüber 😉 Nach Pfunds teilt sich die Reschenstraße Richtung Reschen und Richtung Schweiz. Warum denn nicht ? Also Richtung Martina (CH). Auch diese Entscheidung war absolut richtig ! Brutal schön. Ich musste mich mit Gewalt auf die Straße konzentrieren.

Grüezi in der Schweiz

Wahnsinnig tolle Strecke zwischen Pfunds und Martina

Und wieder in Österreich

Über die Norbertshöhe im Dreiländereck CH-A-I ging’s dann aber schon wieder Richtung Reschen und gegen 17 Uhr habe ich den Reschensee erreicht. So schön der See auch ist, leider liegt ihm eine sehr traurige Vergangenheit zugrunde. Das Gleiche gilt für den berühmten Turm bei Graun, der die Stelle markiert, wo das Dorf früher, vor der See-Stauung, seinen Platz hatte. Die Geschichte gibt’s hier und hier. Völlig geplättet, aber überglücklich, saß ich bestimmte eine halbe Stunde am Ufer vor dem Turm. Das war ein Jugendtraum von mir, einmal den alten Kirchturm im Reschensee in natura zu sehen. Ich kam dann ins Gespräch mit einem sehr netten Pärchen aus Hannover (Ich hoffe, Ihr seid wieder gut heimgekommen), von solchen Begegnungen lebt eine Tour. Sehr zu empfehlen ist auch die Informationsstätte direkt am See. Hier wird die ganze Tragödie anhand eines Modells und alten Fotos sehr anschaulich erklärt.

Der Reschenpass – wurde vom Schild überrascht

Bella Italia

Der berühmte Kirchturm von Alt-Graun

Man beachte meine “Helmfrisur”

Was für mich sehr gewöhnungsbedürftig, aber für den Tourismus um den Reschensee sehr förderlich ist, ist die Tatsache, dass hier immer eine leichte bis mittelstarke Brise durch das Tal bläst. Hungrig, müde, tief bewegt und überglücklich machte ich mich auf die Suche nach einem Quartier. Fündig wurde ich in St. Valentin an der Haide zwischen Reschen- und Haidersee gelegen, genauer gesagt im Hotel Stocker. Beim Preis von 70 Euro für ein Einzelzimmer inklusive HP hab ich erstmal gezuckt, aber für den Komfort und für Freundlichkeit des Personals fast noch zu wenig. Eigentlich war ich für das HP-Abendessen schon zu spät beim Einchecken, aber die nette Dame an der Rezeption hat nur gemeint: „Freilich, kein Problem – Sie kriegen wir schon noch unter“. Beim Abendessen gab es kein Buffet, sondern ein 5-Gänge-Menu, zu dem ich mir ein Viertel vom Hauswein genehmigt habe. Mit vollem Bauch und Vorfreude auf die weitere Tour ging dieser wunderschöne erste Tag zu Ende.

Auf der Staumauer des Reschensees

Ich hatte den Fisch 😉

Hier die Route für Tag 1 bei Google Maps

Tag 2: Reschensee – Kalterer See – Salorno – Bozen – Brenner, ca. 270 Km

St. Valentin und der Haidersee am Morgen – eingehüllt in einer Wolkendecke

Ich hatte geschlafen wie ein Baby. Als ich morgens dann aus dem Fenster geschaut habe, bin ich zuerst erschrocken, aber dann fiel mir ein – Hey, Du bist in den Bergen, da können die Wolken schon mal im Tal hängen. Nach dem Frühstück und frisch gekämmt ging’s dann gegen halb 9 wieder los. Grobes Ziel: Meran. Temperatur war ok, nur der Nebel sorgte die erste Stunde für Feuchtigkeit, aber alles ok und im Rahmen. Voll motiviert fuhr ich im Vinschgau Richtung Etschtal. Das Etschtal ist landschaftlich sehr schön und vom Reschen aus fährt man Richtung Meran gefühlt 50 km bergab. Im Etschtal gibt’s viele Burgen links und Rechts der Straße zu sehen. Leider ist diese Straße relativ stark befahren und die Dörfer stellen keine wirkliche Alternative dar. Aber auch diese Etappe genoss ich in vollen Zügen. Der Vinschgau ist bekannt für….na ???……richtig !….seine Äpfel ! Außerdem gibt’s hier guten Speck. Was mir an diesem Landstrich so gefällt, dass sich die Leute hier trotz Tourismus ihre Identität bewahren. Bettenburgen und große Hotelanlagen sucht man hier vergebens.

Das berühmte Beinhaus von Burgeis – Gedenkstätte für die Soldaten des ersten Weltkriegs.

Blick über den Vinschgau – Überall Äpfel 😉 – nicht täuschen lassen, es hat nicht geregnet

Kastelbell im gleichnamigen Ort

Trotz des Verkehr rollerte ich völlig entspannt Richtung Meran. Auf der Strecke gibt’s einige Tunnels, so dass ich meine Warnweste drüberwarf. Kurz vor Meran bei Forst kommt ein Tunnel bei dem ich nicht ganz so entspannt wie sonst war, aber danach war’s dann auch gut. Ich bin vor Meran rechts abgebogen Richtung Marling und Lana. Für 50ccm eine Traumstrecke. Mit schönem Ausblick auf Meran machte ich eine kurze Pause. In Meran war ich mit meiner Familie erst vor Kurzem, da musste ich nicht jetzt schon wieder hin. Nicht falsch verstehen – die Innenstadt von Meran ist traumhaft schön !

Meran – immer eine Reise wert. Aber diesmal nur eine Randnotiz 😉

Ich glaube, wenn ich mir wünschen dürfte, wie für mich die perfekte Landschaft aussehen müsste, würde meine Beschreibung ziemlich genau auf Südtirol passen. Schön langsam kam ich in die Nähe der Südtiroler Weinstraße – mein nächstes Ziel war Kaltern bzw. der Kalterer See. Über Eppian und San Paolo (unbedingt einplanen – hab leider kein Bild gemacht) war ich dann gegen Mittag am vorläufigen Ziel: Der Kalterer See. Bei Kaffee und Kuchen auf einer See-Terrasse lässt es sich gut leben….

Der Kalterer See – ein Muss in Südtirol !

Ein traumhaftes Fleckchen Erde….

Und liegt an der….

Vom Kalterer See aus wollte ich jetzt noch nach Neumarkt fahren (hier war ich vor 25 Jahren auf Abschlussfahrt) und von dort aus Richtung Gardasee weiter. Neumarkt ist wunderschön – leider hab ich unsere damalige Unterkunft nicht mehr gefunden. Über Auer fuhr ich dann Richtung Süden. In mir stiegen Zweifel auf, ob ich unbedingt an den Gardasee wollte oder musste. Das hatte 2 Gründe: a) Es herrschte unglaublich, wirklich unglaublich viel Verkehr Richtung Trient und b) ist die Gegend um die Weinstraße so schön, dass ich mich dazu entschloss, bei Salorno umzudrehen und wieder Richtung Tramin und Kaltern zu fahren. Der Gardasee liegt aber weiterhin in meiner Schublade für künftige Touren. Gegen halb 3 erreichte ich dann Bozen.

Bozen – die Hauptstadt Südtirols

Schloss Runkelstein bei Bozen

Was mich dann geritten hat, kann ich nicht sagen, aber auf einem Wegweiser stand: Sarntal/Penser Joch. Warum denn nicht ? Alles was danach gekommen ist, war ein Traum. Wunderschön ! Nach ca. 2 Stunden hatte ich mit meinem 50 ccm – Roller das Penser Joch mit über 2200m bezwungen. Ich kann gar nicht beschreiben, was in mir vorging, als ich da oben stand, über der Baumgrenze. Es hatte zwar nur noch ca. 5°, aber das war mir in dem Moment vollkommen egal. Einfach nur eine innere Freude und auch Leere beim Blick über’s Sarntal und auf der anderen Seite ins Wipptal. Ich hab mir aber geschworen, dass ich das meinem Roller nie mehr zumuten werde. Bis 1500 m Höhe war alles ok, aber dann, auf den letzten 8 Km sind 700 Höhenmeter zu überwinden, da bin ich dann mit 20 Km/h rauf. Das kann nicht gut sein für den Motor 😉 Natürlich wurde ich da oben von den Motorradfahrern veräppelt, aber man hat schon gemerkt, dass das mit sehr viel Respekt abgelaufen ist. Hab mich dann auch sehr nett mit einem Holländer unterhalten, der mit dem FAHRRAD raufgefahren ist. Von der Südseite aus ! Von Bozen bis zum Penser Joch sind es 45 Km stetiger Anstieg. Respekt !

Manchmal muss man einen an der Klatsche haben 😉

Auf dem Penser Joch….

Einfach nur beeindruckend

Da ging´s rauf…

Wenn man raufgefahren ist, muss man…..richtig….auch wieder runter. Beim Penser Joch ist die Abfahrt kürzer, ca. 15 km, aber mit unfassbaren Panoramablick auf’s Wipptal und Sterzing.

Was nicht passt, wird passend gemacht….

Schön ! – Bei diesem Bild kam der Holländer mit seinem Rad vorbei, leider konnte ich kein Bild von ihm machen.

Das Wipptal

Das schöne Sterzing

Kurz darauf hab ich dann gegen 17.30 Uhr wohlbehalten Sterzing erreicht und erstmal tiiief durchgeatmet. So schön diese Überquerung auch war, jetzt hatte ich ein Problem. Ich war in Sterzing und wenn ich wieder in den Süden fahren möchte, habe ich drei Alternativen:

1. Wieder zurück über das Penser Joch Richtung Bozen – scheidet aus (Uhrzeit und Höhe)
2. Der Jaufenpass Richtung Meran – scheidet aus (Uhrzeit und Höhe)
3. Die SS12 (Brennerstaatsstraße) – wäre ok, aber auch nicht mehr heute.

Ich habe mich für 4. entschieden 😉 Ich machte mich auf den Weg Richtung Heimat. Ich hatte eigentlich alles gesehen, was ich sehen wollte. Gut Brixen hatte ich noch auf der Liste, aber das kann ich auch mal mit der Familie per Auto machen. Hab mir mit dem Turm im Reschensee einen großen Wunsch erfüllt und mit dem Penser Joch was Verrücktes gemacht. Da ich eh über die Brenner-Landstraße heimfahren wollte….ging’s Richtung Norden. Schnell noch meiner Ehefrau bescheid gesagt, dass sie dem Hausfreund absagen muss und dann ging’s auf Quartiersuche. In Steinach am Brenner hab ich mir dann ein schönes Hotel gesucht und mich für das Hotel Post entschieden. Gute Wahl. Freundliche Dame an der Rezeption, schönes Zimmer und reichlich Frühstück. Nur Abends essen musste ich auswärts. Gab halt dann gegenüber einen Wahnsinns-Zwiebelrostbraten mit Speckbohnen. Im Hotel wollte ich mir dann noch Fußball anschauen (Supercup Bayern-Wolfsburg), aber ich hab grad noch die erste Halbzeit mit einem Auge mitbekommen. Ein unvergesslicher Tag ging zu Ende !

Am Brenner – kein Stau, vorne war eine Ampel

Oben die Brennerautobahn

Hier die Route für Tag 2 bei Google Maps

 

Tag 3: Steinach/Brenner – Achensee – Tegernsee – Ingolstadt, ca. 300 Km

So präsentiert sich Steinach am Morgen

Auch in dieser Nacht hab ich sehr gut geschlafen. Beim Blick aus dem Fenster war meine Laune allerdings etwas gedrückt. Es nieselte. Also erst mal später und ausgiebiger gefrühstückt. Gegen 9 Uhr war’s dann so, dass man los fahren konnte. Da ich mir am Tag vorher einen leichten Sonnenbrand im Gesicht geholt habe, war ich über die 12° gar nicht so traurig, Hauptsache trocken. So fuhr ich dann Richtung Innsbruck. Kurz nach Matrei verließ ich dann die Brennerlandstraße und fuhr über die L38 Richtung Ellbögen. Grundsätzlich eine gute Idee, wollte nicht durch Innsbruck durch, ABER: Es ging wieder hinauf…..und voll in den Nebel.

Wie sie sehen, sehen sie nichts…

Auf einmal, wie mit dem Messer abgeschnitten, war der Nebel weg und ich stand vor der Bob- und Rodelbahn Igls. Purer Zufall ! Aber ein sehr schöner Zufall.

Olympia Bob- und Rodelbahn Innsbruck

Ältere, rote Schlitten gehören nie zum Alten Eisen 🙂

Innsbruck im Nebel

Über die B171 fuhr ich dann relativ zügig Richtung Jenbach – hier war die Abzweigung zum Achensee. Bis jetzt war alles ok. Ich war trocken, Temperatur war mittlerweile bei 16° (laut Leuchtanzeige in Wattens). Aber nachdem ich mich mit zum Teil nur noch 20 Km/h die L7 (Kasbacher Straße) zum Achensee hochgequält hatte, bekam ich von Petrus eine schallende Ohrfeige. Ich war an einem der schönsten Orte der Tour und es goß wie aus Eimern. Gut, ich hatte wirklich gute Regenkleidung an, ich bin nicht nass geworden, aber ich hatte mich echt auf den Achensee gefreut. Das war wirklich das einzige Negativ-Erlebnis. Schade.

Der Achensee im Regen….

Leider kam die Nässe in meine Handschuhe, war für die nächste Stunde etwas unangenehm. Aber genug gejammert. Ich fuhr also die Achensee-Straße über den Achenpass weiter Richtung Tegernsee. Kurz nach der Grenze war der Spuk auch schon wieder vorbei und der Regen hörte von einer Sekunde auf die andere auf. So erreichte wieder trockenen Fusses den Tegernsee. Ich entschloss mich, das Westufer zu nehmen, da hier weniger Verkehr sein soll – Stimmt. Weniger als kein Verkehr geht nicht 😉 Am Tegernsee kam dann sogar schön langsam die Sonne raus und auch dieser Tag wurde noch richtig schön

Die Seeache – noch in Österreich

Good old Germany

Der Tegernsee – mit Regenwand im Hintergrund

Auf der Straße von Gmund am Tegernsee Richtung Holzkirchen hatte ich mein Highlight des Tages 😉 – ich hatte freie Fahrt und auf der Gegenseite wollte halb Deutschland zum Tegernsee. Ich bin ca. 10 Km an stehenden Autos vorbeigefahren. Auf der Landstraße und es war kein Unfall. Hammer. Die weitere Rückfahrt war dann eher unspektakulär, daher auch keine Bilder mehr. Es ging östlich um München rum bei mittlerweile strahlendem Sonnenschein. Ich fuhr über Holzkirchen – Markt Schwaben – Erding – Moosburg – Geisenfeld und erreichte gegen 18 Uhr, freundlich empfangen zuerst von meiner Badewanne und dann von meiner Familie:

Dahoam is dahoam

Hier die Route für Tag 3 bei Google Maps

Fazit: Diese Tour war unbeschreiblich schön. Südtirol ist ein wahnsinnig schöner Flecken Erde. Ich bin mir jetzt nicht schlüssig, ob der Reschensee oder das Penser Joch mein Highlight waren, die Weinstraße nicht zu vergessen, aber ist ja auch egal. Es waren drei richtig tolle Tage (mit Ausnahme der Stunde Regen am Achensee – Shit happens !) und ich nehme unglaublich viele Eindrücke und Erlebnisse mit. Ich war überrascht, wie intensiv eine Bergtour mit einem Roller ist. Ich meine nicht körperlich, sondern das ständige Konzentrieren beim Berg hoch, Berg runter. Trotzdem fühle ich mich total erholt und entspannt. Der neue Helm und die neue Jacke haben ihre Feuertaufe mit Bravour bestanden. Vor allem die Jacke hat sich beim Regen am Achensee bewährt !

Der Scoopy hat wieder wunderbar durchgehalten. Ist schon toll, wie zuverlässig mein Gefährt ist. Kein Husten, kein Zucken oder Zicken. So muss es sein.

ES HAT SICH GELOHNT !!!! An diese 3 Tage werde ich lange und gerne zurück denken 🙂

Für Touren verwende ich ein schwarzes, größeres Top-Case. Auf meinem alten Top-Case für den Hausgebrauch in Ingolstadt habe ich bis jetzt alles Länder verewigt, in denen ich mit dem Scoopy war. Auch wenn’s bloß 10 Km waren, aber Hey, ich war in der Schweiz 😉

So, die Schweiz hat jetzt auch einen Platz auf meinem normalen Topcase.

Wieder daheim – Km-Stand: 40680