Wallfahrtskirche “Maria im Spindeltal”

Tagestour am 11.03.2018: ca. 150 Kilometer

Die Wallfahrtskirche “Maria im Spindeltal”

Als ich heute morgen aufgestanden bin und aus dem Fenster geschaut habe, stand fest, dass ich das Rollerjahr 2018 eröffnen werde. Meine erste Ausfahrt mit der Honda Vision. Es sollte nichts Großartiges werden, einfach nur mal raus. Nach dem Frühstück mit der besten Frau der Welt, nämlich meiner Frau 🙂 bin ich erstmal in die Garage. Es hatte leichten Sonnenschein und so um die 15°. Also dann Richtung Westen 😉

Bei der ersten Fahrt mit einem neuen Fahrzeug kommt man unweigerlich in die Situation, Vergleiche mit dem alten Fahrzeug zu ziehen. Das werde ich hier nicht machen 😉 Der Scoopy war der Scoopy, der wird immer was Besonderes bleiben, allein schon wegen der Vorgeschichte.

Marterl bei Dünzlau

Ohne Ziel fuhr ich Richtung Westen, als mir ein Gedanke kam. Wenn man über Konstein im Urdonautal Richtung Dollnstein fährt, kommt man an einem Wegweiser vorbei, der zu einer Wallfahrtskirche im Spindeltal führt. Die wollte ich mir eh schon länger mal anschauen und so fuhr ich Richtung Nassenfels. Der kleine Ort begrüßt einen schon von Weitem mit der mächtigen Silhouette seiner gotischen Wasserburg.

Die Gotische Wasserburg in Nassenfels

Es ist für mich immer noch etwas ungewohnt, wenn man während der Fahrt wenig bis keine Motorgeräusche hört, ich war schon etwas überrascht, wie ruhig der 4-Takter vor sich hin läuft.

Die alte Burgruine über Wellheim

Von weitem schon sieht man die markante Burgruine, die hoch über Wellheim thront. Die Burg stammt vermutlich aus dem 11. oder 12. Jahrhundert und wurde ca. ab mitte des 18. Jahrhunderts geschliffen. Ich bin schön öfter daran vorbei gefahren, doch heute wollte ich doch mal hinauf fahren, mal schauen, ob die Vision als Bergesel taugt 😉

Die kurze Strecke hoch zur Ruine ist recht abenteuerlich und hat mich etwas an meine Bergtouren erinnert.

Der Weg zur Ruine

Wunderschöner Ausblick über Wellheim

Die Vision im Jura-Gestein

Die Ruine von der Straße aus gesehen

Oben an der Ruine hab ich eine ganze Weile verbracht, ein richtig schöner Ort, um mal über nichts nachzudenken. Keine Menschenseele weit und breit, einfach nur Ruhe 🙂 Ruhe ist eh ein gutes Stichwort, ich war überrascht, wie wenig auf den Straßen los war – gut, es ist Sonntag mittags, aber der erste schönere Tag seit laaanger Zeit 😉 Doch schön langsam wollte ich wieder weiter und auch die Sonne hat sich immer mehr versteckt hinter den Wolken…

Kurze Zeit später erreichte ich auch schon die bemerkenswerte Wallfahrtskirche “Maria im Spindeltal”. Wie der Name schon sagt, liegt diese “Ruinenkirche” im schönen Spindeltal zwischen Konstein und Tagmersheim und hat eine bemerkenswerte Geschichte hinter sich. Die Kirche wurde zweimal von Religionsvertretern zerstört, wobei das zweite mal im Jahr 1783 auf Antrag eines Pfarrers erledigt wurde. Zwei benachbarte Gemeinden haben um die Kirche gestritten und so wollte man den Streit beilegen. Klingt komisch, war aber so….

Die Ruinenkirche im Spindeltal

In den Neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die Kirche von privat restauriert und bekam wieder ein Dach, aber so, dass man immer noch den Charakter einer Ruine erkennen kann. Seit dieser Zeit werden auch ab und an wieder Gottesdienste in der Kirche gefeiert. Ich bin jetzt nicht der Gläubigste unter dem Himmel, aber dieser Ort war schon beeindruckend, vor allem, wenn man sich der Geschichte dieses Bauwerks bewusst ist. Auf folgendem Bild kann man genau erkennen, wie das Dach auf die Ruine gesetzt wurde.

Der Innenraum mit dem neuen, aufgesetzten Dach

Wunderschöne Rosenkranzsammlung

Unter diesem Symbol wurde die Kirche zweimal zerstört

Dieser Besuch in der Ruinenkirche hat mich sehr nachdenklich gestimmt, was die Vergangenheit betrifft, dass man eine Kirche lieber zerstört, als dass man die Menschen darin beten lässt, andererseits hat mich die jüngere Geschichte dieses Gebäude auch mit einem guten Gefühl weiterfahren lassen, da diese Kirche durch privaten Einsatz wieder aufgebaut wurde und somit wieder für alle zugänglich ist. Ist auf alle Fälle sehr empfehlenswert, sich dieses Gotteshaus mal aus der Nähe anzusehen.

Die Heimfahrt ist eigentlich schnell erzählt. Ich fuhr das Spindeltal weiter bis Tagmersheim, um dann wieder Richtung Eichstätt zu fahren – eine wunderschöne Rollerstrecke. Leider war die Sonne mittlerweile komplett verschwunden. Aber trotzdem war die berühmte Willibaldsburg schon von weitem zu sehen. Ist immer wieder ein tolles Bild, wie majestätisch sie seit hunderten von Jahren auf Eichstätt runter schaut.

Die mächtige Willibaldsburg über Eichstätt

Einmal in Eichstätt, ließ ich es mir nicht nehmen, durch die Altstadt zu fahren, trotz Kopfsteinpflaster. Vorbei am mächtigen Dom und der fürstbischöflichen Residenz machte ich mich dann endgültig auf den Heimweg.

Der Brunnen der Mariensäule in Eichstätt

Kurz danach hat sich meine Frau gemeldet und wir verabredeten uns auf einen Kaffee in Ingolstadt in unserem Stamm-Cafe, im Cafe Maximilian 🙂

Die alte Brücke bei Pfünz

Kurz vor Tauberfeld konnte ich dann noch ein schönes Panoramabild von Ingolstadt machen um kurz darauf auch schon im Cafe Maximilian bei einem Cappuccino das Erlebte Revue passieren zu lassen…

Ingolstadt im Dunst mit dem Münster in der Mitte

Auch das ist Ingolstadt 😉

Unser Cappuccino-Dealer, sehr zu empfehlen

Fazit des Kurz-Tripps: Die Honda Vision läuft sehr schön, ich brauch noch ein oder zwei Fahrten, um mich komplett an mein neues Gefährt zu gewöhnen, aber ich bin da sehr zuversichtlich, hat auf alle Fälle sehr viel Spaß gemacht.

Klein aber fein, das trifft diese Ausfahrt am Besten 😉

Hier die Route bei Google Maps