Niederbayern und der Bayerische Wald

02.09. – 03.09.2020: 450 Kilometer in 2 Tagen

Der wunderschöne Bayerische Wald

Dieses Jahr war alles sehr seltsam, sehr komisch. Eigentlich wäre ich mit meiner Familie in Kroatien in den Urlaub gefahren. Eigentlich wollte ich mit meinem Roller ans Dreiländereck D-PL-CZ nach Zittau. Eigentlich hätte ich auch nie gedacht, nochmal eine Tour mit meinem Scoopy zu machen. Eigentlich…..aber es kam alles anders als gedacht. Kroatien haben wir wegen Corona storniert und das Dreiländereck in Zittau habe ich wegen der überragenden Geschichte mit meinem Scoopy verworfen. Nachdem mein Jahresurlaub aus vielen kleinen und schönen Momenten und Ausflügen und 4 Tagen Österreich bestanden hat, wollte ich mit dem Scoopy nochmal weg, aber halt nicht zu weit. In die Alpen kam für mich dieses Jahr nicht in Frage, 2020 einfach zu überlaufen. So kam ich auf die Idee mit dem Bayerischen Wald – es hat sich gelohnt.

Tag 1: Ingolstadt – Straubing – Arbersee – Lohberg

Am schönen Arbersee

Nach einem schönen und ausgedehnten Frühstück mit der besten Ehefrau der Welt, nämlich meiner, ging es gegen 10 Uhr los. Laut Wetterfrosch sollte es auf 23° hochgehen und die Sonne sollte rauskommen. Da ich mir ziemlich sicher bin, dass Petrus aus Bayern kommen muss, machte ich mir um das Wetter keine Sorgen und fuhr los gegen Osten – auf meinem Scoopy 🙂

Das große Donautor in Vohburg

Wo ich schon mal in der Gegend war, fuhr ich natürlich auch nach Münchsmünster. Hier verbrachte ich eine wunderschöne Kindheit und Jugend. Ich wuchs am „Goaß-Zipfe“ auf. Ich übersetze das jetzt mal nicht 😉 Vor ein paar Jahren wurde an diesem Fleckchen ein kleines Denkmal von ehemaligen und aktuellen Anwohnern errichtet, Jährlich wird dann auch das „Goaßzipfe-Fest“ gefeiert. Home sweet home 🙂

Das „Goaßzipfe-Denkmal“ in Münchsmünster

Nach einem kurzen Verweilen und Schwelgen in Erinnerungen, direkt an diesem Ort haben meinen Großeltern gelebt, ging die Fahrt wieder weiter. Von diesem Großvater habe ich auch den Roller geerbt.

Ein paar Kilometer weiter wurde es dann historisch. In dem kleinen Örtchen Eining an der Donau befinden sich die Überreste eines Römer-Kastells, dem Kastell Abusina. Ist recht interessant und es kann kostenlos besichtigt werden. Kurz nach Eining noch einen Schlenker über Abensberg mit seinem Hundertwasser-Turm

Römerkastell Abusina in Eining

Immer wieder schön – Der Hundertwasserturm in Abensberg

Nach Abensberg machte ich mich auf den Weg Richtung Straubing, wo ich teilweise an der kleinen Laber entlang gefahren bin. Es war herrlich, fast keine Autos unterwegs und schönstes Wetter – Nicht zu heiß und nicht zu kalt.

Corona lässt grüßen

Kloster Mallersdorf

Kurz vor Straubing erreichte ich die kleine Ortschaft Haindling, Namensgeber für die gleichnamige Band. Haindling ist der Wohnort des Frontmanns Hans-Jürgen Buchner. Haindling ist für ihre Musik sehr bekannt in Bayern, unter anderem stammen Hits wie „Paula“, „I hob di lang scho nimmer gseng“, „Bayern – des samma mia“ und der Soundtrack von „Irgendwo und sowieso“ aus ihrer Feder.

Heimat von Hans-Jürgen Buchner

In Straubing angekommen gönnte ich mir eine kurze Pause und ein Eis in der Innenstadt. War seltsamerweiser recht wenig los bei dem Wetter, mir soll es recht sein 😉

Straubing City

Nach Überqueren der Donau beginnt nördlich von Straubing auch schon der Bayerische Wald – und das auch merklich. Ging´s bis Straubing nur eben dahin, wechselt die Landschaft schlagartig auf bergig.

Da will ich hin

Blick zurück auf den flachen Teil von Niederbayern

Der höchste Punkt meiner Reise – Bretterschachten 1120m über NN

Nach einer wunderschönen Fahrt durch den vorderen Bayerischen Wald durch Urlaubsorte wie St. Englmar, Bodenmais und das Zeller Tal, entlang an der Glasstraße, erreichte ich dann mein erstes Ziel, das ich mir vorgenommen hatte – Den großen Arber mit dem großen Arbersee. Es war hier oben auf gut 1000m etwas kühler geworden, auch kam im dichten Wald die Sonne nicht mehr ganz so durch. Es war jetzt nicht unangehm, aber richtig frisch.

Der große Arbersee

Hier gönnte ich mir wieder eine Pause. Ich hab bei meinen Reisen mit dem Roller schon öfter festgestellt, dass Gott entweder aus Bayern kommt oder ein großer Freund von uns Bayern sein muss. Es ist ein wunderschönes Fleckchen Erde rund um den großen Arber. Es gibt auch einiges zu erleben hier. Es gibt eine große Seilbahn, die auf den Gipfel (1456m über NN) führt. Auf der anderen Seite des Berges liegt der kleine Arbersee mit seinen berühmten 3 natürlichen schwimmenden Inseln. Im Sommer ist die Gegend gut zu Fuss zu erwandern und im Winter ist es ein El Dorado für Wintersportfreunde. Überraschenderweise und erfreulicherweise war relativ wenig los, hatte mehr erwartet.

Nach dieser kurzen Auszeit buchte ich mir auch online ein Zimmer in Lohberg, das kurz hinter meinem nächsten Ziel lag, das ich unbedingt sehen wollte – Die Hindenburgkanzel – Hier ein paar Infos dazu

Leider ist der Aufgang zur Aussichtsplattform derzeit gesperrt. Es ist aber vom Parkplatz schon zu erahnen, wie schön der Blick in den Lamer Winkel sein muss. Leider sieht man das auf dem Bild nicht so gut. Trotzdem war das ein unglaublich schöner Moment – vielleicht kann ich nächstes Mal dann hoch zur Aussichtspunkt.

Aussicht vom Parkplatz der Hindenburgkanzel

Nach diesem schönen Abschluss des ersten Tour-Tages machte ich mich noch auf die letzten Kilometer nach Lohberg, einem schön gelegenen Örtchen am weißen Regen. Frisch gestärkt, geduscht und voll Vorfreude auf den nächsten Tag ließ ich den Abend ausklingen.

Lohberg am weißen Regen

Ich glaub ich nehm Schweinshax´n 🙂

Gute Nacht….

Hier die Route für Tag 1

 

Tag 2: Lohberg – Bayrisch Eisenstein – Arber – Bogenberg – Ingolstadt

Die schöne Kirche vom Bogenberg

Ich hatte wunderbar geschlafen und gefrühstückt. Wer mal in der Nähe ist: Hotel Pension zur Linde – ein Tipp von mir ! Voller Vorfreude auf das was noch vor mir liegt begann ich um 9 Uhr mit der „Heimfahrt“

Guten Morgen Lohberg – Blick vom Balkon

Ich hatte mir vorgenommen, nochmal am Arber anzuhalten, da ich gestern so begeistert war von der Gegend. Auf dem Weg dorthin sah ich einen Wegweiser nach Bayerisch Eisenstein. Das heißt, zur deutsch-tschechischen Grenze waren es nur noch 7 Kilometer. Vielleicht konnte ich ja auch was für daheim abstauben 😉

An der Grenze – Baustelle

An der Grenze war eine Baustelle, es wird ein Kreisel gebaut, es war auch auf tschechischer Seite nicht wirklich viel geboten (shoppingmäßig), so dass ich lieber das Kaiserwetter nutzte und wieder umgedreht habe.

Bei dem Wetter lieber wieder fahren 😉

Letzter Blick auf Bayerisch Eisenstein

Kurz darauf, nach der Fahrt über die Brennestraße, erreichte ich das Arbergebiet. Morgens bei diesem Wetter mit das Schönste, was ich seit langem gesehen habe. Der Wald war kühl und roch gut. Schön langsam kamen auch die Touristen, aber alle auf der anderen Straßenseite. Mir ist aufgefallen, dass ich viele Autos mit Kennzeichen aus dem Bayerischen Voralpenland gesehen habe. Miesbach, Garmisch, Rosenheim, Traunstein, etc. Wahrscheinlich aus dem gleichen Grund wie ich, hier ist bedeutend weniger los. Es war auf alle Fälle ein sehr schöner Moment am Arber.

Der große Arber mit seinem Observatorium auf dem Gipfel

Nochmal am Arbersee – unfassbare Ruhe

Wahnsinns-Panorama Richtung Böhmerwald

Da bleib ich lieber bei meinem Gefährt

Es fiel mir wirklich schwer, mich los zu reissen, aber ich wollte noch nach Bogen, zur berühmten Kirche. Die Kirche auf dem markanten Berg in der Nähe von Straubing hat jeder schon gesehen, der auf der A3 von Regensburg nach Passau oder umgekehrt gefahren ist. Da mir die Route gestern so gefallen hat, bin ich bis kurz vor Straubing die gleiche Strecke zurück gefahren – es wurde auch merklich flacher.

Letzte Blicke auf den Bayerischen Wald

Kurz vor Bogen hatte ich auf einmal einen Hammer Blick auf Straubing und das Umland – Es wurde eine Tour der schönen Aussichten 🙂

Blick auf des Straubinger Land

Erster Blick auf Bogenberg

Den Berg hoch ging´s recht flott, was mich aber oben erwartete, hat mich echt geflasht. Hab ich grad von schöner Aussicht geredet? Es geht immer noch besser 😉 Vom ca. 430m hohen Bogenberg der Blick Richtung Gäuboden – sehr sehenswert.

Wahnsinns-Blick auf den Gäuboden – Straubing rechts, die Donau vorne.

Maria Himmelfahrt auf dem Bogenberg – Vor Ort wirkt sie gar nicht so groß.

Was ich dann gemacht habe ? Richtig, ich bin erstmal nur auf dieser Bank am Aussichtspunkt gesessen und hab ganz stupide aber sehr glücklich auf Niederbayern geschaut. Es war wieder einer dieser Momente, wo einfach alles gut war, genau so wie es ist. Ich war auch begeistert, wie problemlos mein Gefährt den Berg hochgekommen ist.

Langsam machte ich mich dann auf den Weg Richtung Heimat – es lagen noch gut 100 schöne Kilometer vor mir. Ein Bild vom Bogenberg musste ich noch machen, ist einfach ein schönes Bauwerk in markanter Position.

Auch aus der Ferne beeindruckend

Jetzt ging es wieder an der schönen kleinen Laber entlang, immer noch bei schönstem Wetter. Bei gut 23° konnte ich mir den Wind um die Nase streifen lassen, einfach nur herrlich.

Kürbisse soweit das Auge reicht

Die Gegend hat etwas unglaublich Entspannendes – die Ortschaften und Dörfer strahlen eine Ruhe aus. Es gibt ein schönes Lied von Hannes Ringlstetter wie er seine Heimat Niederbayern sieht. Auch wenn ich in Oberbayern geboren bin und wohne, kann ich gut verstehen, was er meint. Bei der Fahrt durch die Landschaft abseits der Städte und Autobahnen musste ich an meine tolle Kindheit als Dorfkind denken.

In Rottenburg an der Laber hatte ich dann noch eine Begegnung der dritten Art 🙂

Ich bin doch nicht der einzige Holzkopf hier

Ganz leicht sieht man schon Ingolstadt am Horizont

Nach einem kurzen, aber schönen Besuch bei Verwandten in meinem Heimatdorf war auch Ingolstadt bald nicht mehr weit. Kurz darauf hieß es dann auch schon:

Dahoam is dahoam

Es waren zwei unglaublich schöne und entschleunigte Tage in Niederbayern und im Bayerischen Wald. Highlights möchte ich ganz bewusst keine herausheben, es war einfach eine rundum gelungene Tour in wunderschöner Gegend. Es müssen nicht immer die Malediven oder Mallorca sein, auch die Heimat kann sehr schön sein, wenn man sich darauf einlässt (wobei das Meer natürlich schwer zu toppen ist, so ehrlich bin ich dann schon auch). Ganz Besonders war natürlich die Tatsache, dass ich die Tour mit meinem Scoopy machen konnte – unverhofft kommt Gott sei Dank doch oft 🙂

Hier die Route für Tag 2

Es gibt auch wieder ein Fundstück der Tour:

Große Worte gelassen ausgesprochen